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Der Hanauer Hauptbahnhof ist kaum barrierefrei.
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Der Hanauer Hauptbahnhof ist kaum barrierefrei.

Hanau

Der Hauptbahnhof als "architektonische Wüste"

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Fehlende Barrierefreiheit, vergammelte Gebäude, verrostete Schautafeln: Landes- und Bundespolitiker kritisieren Zustand des Hanauer Hauptbahnhofs.

Von einer „architektonischen Wüste“ zum „Fremdschämen“ schreiben die für Hanau zuständige Bundestagsabgeordnete Katja Leikert und ihr Landtagskollege Heiko Kasseckert (beide CDU) in einer gemeinsamen Mitteilung über den Hauptbahnhof. Die Station mit ICE-Anschluss befindet sich aus Sicht der Politiker optisch in einem schlechten Zustand und auch hinsichtlich der Erreichbarkeit zu Fuß unter dem Standard. Die beiden Politiker versprechen, auf Landes- und Bundesebene sowie bei der Deutschen Bahn AG auf Behebung der Mängel zu drängen. Doch zeichnen sich damit offenbar parallele Bemühungen ab.

Bei ihrer Begehung des Hanauer Hauptbahnhofs wollten sich Leikert und Kasseckert von der Bahn über die ÖPNV-Angebote informieren lassen. Mit guten Eindrücken verließ der Besuch aus Berlin und Wiesbaden den Ort nicht. „Konkret fällt am Hanauer Hauptbahnhof die unzureichende Barrierefreiheit ins Auge“, heißt es. Ältere, behinderte Personen und Eltern mit Kinderwagen hätten Schwierigkeiten die Bahnsteige zu erreichen, wo die Regional- und Fernzüge abfahren.

Den Reisenden biete sich zudem mit dem Anblick von „vergammelten und ungenutzten Gebäuden, verrosteten Schautafeln, graffitibesprühten Wänden und verrosteten Eisenträgern ein düsteres Bild“. Des Weiteren werden die nicht ausreichende Toilettenanlage und der allgemeine Zustand des Bahnhofs kritisiert.

Kasseckert will die Missstände im Wiesbadener Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr vortragen. Leikert will ihren „ständigen Kontakt mit Vertretern des Bundesverkehrsministeriums sowie der Deutschen Bahn“ nutzen. Auf einer Ebene tiefer scheinen sich die Dinge jedoch unabhängig davon zu entwickeln. Wie ein Bahnsprecher auf Anfrage mitteilt, sei bereits ein erstes Gespräch mit der Stadt Hanau zustande gekommen. Ziel sei eine Planungsvereinbarung, in der auch die Kosten aufgenommen würden. Eine Schätzung wollte der Sprecher der Bahn nicht abgeben.

Hanau befinde sich noch im Landesprogramm für barrierefreie Bahnhöfe. Für die Modernisierung der Zugstation müssten sich aber auch Stadt und Bund beteiligen. Die Verhandlungen stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit der Nordmainischen S-Bahn, zu der es dieser Tage einen Informationsabend gab, weil die Unterlagen derzeit für ein baldiges Planfeststellungsverfahren geprüft werden.

Mit der neuen S-Bahnlinie wird es am Hauptbahnhof nur zu partiellen Veränderungen kommen: Wie der Verlängerung des Bahnsteigs 1 und dem Einbau eines Aufzugs an den Bahnsteigen 5 und 6, weil dort die S-Bahn in Spitzenzeiten einfährt. Von der Bahn heißt es, dass möglicherweise die Gesamtsanierung des Hauptbahnhofs vor der Inbetriebnahme der Nordmainischen S-Bahn erfolgen werde.

Mit der künftigen S-Bahn wird mit mehr Fahrgästen am Hauptbahnhof gerechnet. Zurzeit sollen es 20 000 pro Tag sein. Einen zusätzlichen Bedarf an weiteren Park&Ride-Plätzen sieht man bei der Bahn jedoch nicht. An den Hanauer Stationen der „Nordmainischen“ böten Wilhelmsbad und West-Bahnhof noch ausreichend Stellplätze. Obwohl es bei letztgenanntem Zughalt keine P&R-Anlage der Bahn gibt, sondern teurere städtische oder private Parkhäuser vorhanden sind. Enger könnte es am Hauptbahnhof werden. Dort will die Bahn zunächst die Entwicklung abwarten. Frühere Forderungen nach einem Parkhaus stehen bei der Bahn aber nicht zur Diskussion.

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