1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Kinzig-Kreis

Hanau will Jungen retten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Mit einer großangelegten Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender will die Stadt Hanau das Leben eines schwer kranken Jungen retten.

Hanau. Mit einer großangelegten Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender will die Stadt Hanau das Leben eines schwer kranken Jungen retten. Der vierjährige Merlin leidet seit seiner Geburt an Neutropenie, einer schweren Erkrankung des blutbildenden Systems. Der kleine Junge ist ein Pflegekind unter städtischer Vormundschaft. Weil nur eine Knochenmarktransplantation ihn retten könne, veranstaltet die Stadt am 21. August von 10.00 bis 16.00 Uhr mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sowie der Pflegefamilie eine Typisierungsaktion im Congress Park Hanau.

Der Hanauer Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) sagte laut einer Mitteilung der Stadt: „Jeder kann helfen und sich als potenzieller Stammzellspender aufnehmen lassen oder Geld spenden, damit die Typisierungen finanziert werden können.“ Teilnehmen an der Aktion können gesunde Frauen und Männer zwischen 17 und 55 Jahren.

Den Spendern werden fünf Milliliter Blut abgenommen und die dann auf Gewebemerkmale untersucht. Spender, die sich bereits früher typisieren ließen, brauchen nicht erneut teilnehmen. Ihre Daten stehen weiter für alle Patienten zur Verfügung. Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Für viele von ihnen ist - wie für Merlin - die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Die DKMS hat zwar weltweit mit mehr als zwei Millionen registrierten Menschen die größte Datei - für Merlin konnte aber noch kein „genetischer Zwilling“ gefunden werden.

Merlins Mutter starb am Tag nach seiner Geburt, er kam in eine Pflegefamilie. Von Beginn an bestimmen Krankenhausaufenthalte sein Leben. Seine Pflegefamilie, in der er seit seiner Geburt lebt, sagte laut Mitteilung: „Merlin ist das Beste, was uns im Leben passiert ist. Jetzt brauchen wir die Hilfe der Hanauer Bürger, um für Merlin einen passenden Spender zu finden und ihm so ein glückliches, angstfreies Leben zu schenken.“ (dpa)

Auch interessant

Kommentare