1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Kinzig-Kreis
  4. Hanau

Wohnen wie die GIs

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Detlef Sundermann

Kommentare

Aus der New Argonner-Kaserne werden Wohnungen - hier ein Studentenwohnheim.
Aus der New Argonner-Kaserne werden Wohnungen - hier ein Studentenwohnheim. © Sascha Rheker

Das Wochenende der offenen Tür im neuen Argonner-Park lockt viele Besucher an - der "American Way of Life" trifft zwar nicht jedermanns Geschmack, doch vielen gefällt die Neugestaltung der alten US-Kasernen.

„Ach, wir wollen uns mal umschauen. So viele Jahre durfte wir ja nicht auf das Gelände“, sagte eine ältere Frau aus einer kleinen Besuchergruppe. Eine Antwort, die man am Wochenende auf dem Gebiet der ehemaligen New Argonner Housing Area der US-Armee sehr oft zu hören bekam. Vor allem am Samstag waren die Neugierigen aus den benachbarten Stadtteilen Großauheim und Wolfgang früh dort.

„Ich will mir mal ansehen, was auf dem Gelände passiert“, sagte ein Mann mit zustimmendem Nicken seiner Begleiterin vor dem Muster-Appartement im künftigen sogenannten Studentenwohnheim. „Nett gestaltet“, findet er die Zwei-Zimmerwohnung, die 450 Euro Warm-Miete im Monate kosten soll. In dem zweigeschossigen ehemaligen Guest-House befinden sich 16 Appartements mit je 45 Quadratmetern. Im Nachbarhaus soll die gleiche Anzahl Kleinwohnungen entstehen. Das einstige Wohnheim der GI-Singles soll der Optik wegen von vier auf zwei Stockwerke gestutzt werden. Um einen Mietvertrag für eine Bleibe in dem Studentenwohnheim unterschreiben zu können, ist jedoch weder eine Immatrikulationsbescheinigung noch ein Ausbildungsnachweis vorzulegen, sagte Matthias Kern der FR, der für einen Privatinvestor die Immobile vermarktet. Eine Mietzeitbegrenzung gebe es nicht. Man könne sich nicht nur Schüler der Zeichenakademie oder der Krankenhausschule als Nutzer vorstellen, sondern ebenso Berufstätige.

Der Tag der offenen Tür am Wochenende stand auch im Zeichen der Vermarktung der anderen Miet- und Eigentumswohnungen sowie der Baugrundstücke auf der Fläche der ehemaligen High-School und des Hotels der US-Armee. Beide Gebäude sind bereits geschleift. Jedoch ist dort mehr zu tun, als die meterhohen Schuttkegel aus zermahlenem Stein und Beton abzufahren, damit gebaut werden kann.

„Der Boden ist kontaminiert, voraussichtlich müssen wir auf bis zu fünf Metern Tiefe das Erdreich austauschen“, erklärte Alexander Schmid, Gesellschafter der Argonner Park Consulting GmbH. Die Giftstoffe seien keine Hinterlassenschaft der Amerikaner, sondern stammen aus der Zeit davor. „Dort befand sich eine Kiesgrube“, sagte Schmid. Auf die Frage, was man damals hineingekippt habe, antwortete er mit einem Schulterzucken. Die Bodensanierung werde nach den strengen Vorgaben des Regierungspräsidiums vorgenommen, betonte er.

Der „american way of life“ in den künftigen Eigentums- und Mietwohnungen trifft nicht jedermanns Geschmack. „Bei einer zum Wohnzimmer hin offenen Küche riecht die ganze Wohnung nach Essen“, kritisierte eine Frau, die ungenannt bleiben möchte.

Der Mühlheimer Investor Eduard Geisheimer hat seine 160 Mietwohnungen immerhin so umgestaltet, dass sie barrierefrei sind. Im Treppenhaus gibt es nun sogar einen Aufzug. Ende Dezember sollen die Mieter einziehen.

Die künftige Infrastruktur im Argonner Park wird erst 2011 entstehen, wie der Kindergarten und das kleine Ladenzentrum an der B8; das soll mit dem Auto nur über die Bundesstraße angefahren werden können, um in der Siedlung keine zusätzlichen Verkehrsströme zu verursachen.

Die Paul-Gerhardt-Schule hat aus diesem Grund eine eigene Zufahrt erhalten. Der HSB-Bus soll die Siedlung nur tangieren. Die Geschlossenheit des Argonner Parks wird sich auch am Zaun zeigen, der bestehen bleiben soll.

Auch interessant

Kommentare