Hanau

Zu wenig Schulen in Hanau

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft könnten bald zwei weiterführende Einrichtungen fehlen. Daher sollte neu gebaut werden.

Nicht nur bei den Grundschulen, auch bei den weiterführenden Schulen wird es in Hanau eng: Davor warnt der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in einer Mitteilung. Schon bald würden in Hanau zwei weiterführende Schulen fehlen.

Ende letzten Jahres hatte die Stadt eine Studie zur Schulentwicklung veröffentlicht. Die Studie soll als Grundlage für einen neuen Schulentwicklungs-plan für die weiterführenden Bildungseinrichtungen dienen. Der alte ist bereits 2018 ausgelaufen.

Ergebnis der Studie: Nach Problemen in den Grundschulen wird es zu massiven Kapazitätsengpässen in den weiterführenden Schulen kommen, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Diverse neue Wohngebiete und mehr Geburten hätten massive Auswirkungen auf die Schullandschadft. Derzeit seien alle weiterführenden Schulen ausgelastet.

Nach den Zahlen von Schulplaner Wolf Krämer-Mandeau werde die Zahl der Gymnasialschüler bis 2030 um mehr als 1000 steigen, im Haupt- und Realschulbereich um knapp 800 und im Bereich der IGS Lindenauschule um knapp 300.

Das bedeute einen Zusatzbedarf von einem kompletten vierzügigen Gymnasium, einer kompletten sechszügigen Haupt- und Realschule und einem ganzen IGS-Trakt mit zwölf Klassenräumen, rechnete die GEW vor. „Jetzt rächt sich das, wovor die GEW im Jahr 2013 gewarnt hat, nämlich die Zerschlagung der Sekundarstufe der Tümpelgartenschule“, so GEW-Kreisvorsitzender Heinz Bayer.

Am schnellsten werde der Bedarf in den Gymnasien steigen. Deshalb fordert die GEW, gemäß dem Vorschlag des Planers Krämer-Mandeau am Schulzentrum Hessen-Homburg zu bauen. Dort könnte eine Integrierte Gesamtschule (IGS) mit gymnasialer Oberstufe oder eine Kooperative Gesamtschule (KGS) mit Gymnasialzweig einschließlich Oberstufe entstehen.

Die vorhandenen Gymnasialstandorte Karl-Rehbein-Schule, Hohe Landesschule und Otto-Hahn-Schule haben mit Schülerzahlen zwischen 1500 und 1800 Schülerinnen und Schülern die Obergrenzen sinnvoller Schulgrößen bereits erreicht. Es ist aus ökologischen Gründen, aber auch im Hinblick auf die zunehmende Inklusion sinnvoll, die Gymnasialstandorte weiter über das Stadtgebiet zu verteilen.

Verschiedene Schulformen unter einem Dach könnten zudem der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken. Ideal wäre hier eine IGS, bei der die Schülerinnen und Schüler mehr untereinander, insbesondere Schwächere von den Stärkeren lernen können. Das würde auch der sozialen Spaltung bei den Schulabschlüssen entgegenwirken, für die das deutsche Schulsystem immer wieder zu Recht kritisiert werde. 

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