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Von da kommt Licht: Gaby Mayer erklärt Theatertechnik.
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Von da kommt Licht: Gaby Mayer erklärt Theatertechnik.

Hanau Comoedienhaus Wilhelmsbad

Die Welt der Illusionen

Das Comoedienhaus Wilhelmsbad lässt Kinder und Eltern hinter die Kulissen sehen. Das, was sie dort zu sehen bekommen, imponiert Groß und Klein.

Von Anne Lorenc

„Und was machen wir jetzt hier?“ So gelangweilt kann nur ein Zehnjähriger fragen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von seinem Gameboy amputiert wurde und sich gestern nach erschöpfendem Drei-Minuten-Marsch vom Parkplatz aus im Eingang des Comoedienhauses Wilhelmsbad wiederfand. Doch wallende Nebel und Lichteffekte überzeugten den Knaben: Eine Führung auf die Bühne und hinter die Kulissen des kleinen historischen Theaters imponiert auch Menschen, die in ihrem Leben schon alles gesehen zu haben glauben.

Zu Beginn der Theatersaison laden das Comoedienhaus und der städtische Fachbereich Kultur, jeweils zu einer Führung für Kinder in Begleitung von Erwachsenen. Der „Backstage-Ausflug“ informiert über die Geschichte des Hauses, aber auch über technische Finessen und gibt Einblick unter anderem in den Garderoben-Trakt. Die Teilnahme ist auf 30 Personen beschränkt, und am gestrigen Sonntag war die Führung ausverkauft.

Gaby Mayer, die Beleuchtungsmeisterin, ist eine erfahrene Gastgeberin für Kinder. Immer wieder führt sie auch Schulklassen und andere reine Kinder- und Jugendgruppen durch das Haus. Heute werde es wohl etwas ruhiger als bei solchen Veranstaltungen, sagt sie voraus mit Blick auf die Kinderschar, in der gut die Hälfte deutlich jünger war als das erwünschte Mindestalter von acht Jahren. „Wenn die Eltern oder Großeltern dabei sind, kommen von den Kindern nicht so viele Fragen, prophezeit sie. Und so war es. Die meisten Fragen stellten die Erwachsenen.

Bei Kerzenlicht gespielt

Die Geschichte des einst mondänen Kurortes Wilhelmsbad zählte ebenso zum allgemeinbildenden Teil der Führung wie die über 200-jährige Historie des Hauses als Spielstätte für den Theater-verliebten Landesherrn Wilhelm. Die Besucher erfuhren, dass der gemalte Himmel ein antikes Amphitheater vortäuschen sollte, und dass einstmals bei Kerzenlicht gespielt wurde – zu Zeiten, als es noch keinen Strom gab. Was von einigen jungen Gästen mit ungläugigen Blicken quittiert wurde.

Ein vielstimmiges „Aaach so“ entglitt einigen Erwachsenen, als Gaby Mayer erklärte, früher seien die Texte tatsächlich auf gerollten Papierbahnen aufgeschrieben worden. Daher stamme der Begriff, dass ein Schauspieler eine „Rolle“ spielt.

Dann wurde es bunt. Die Beleuchtung wurde erklärt, mit Farben gespielt und durch Musikbegleitung aus der Carmina Burana dokumentiert, wie Musik und Farben merklich die Stimmung beeinflussen. Dann wallte der Theaternebel, ebenfalls bunt angeleuchtet, und der eingangs zunächst gelangweilte Junge war angesichts der unscheinbaren Maschine fassungslos: „Komisch, dass so´n kleines Teil so viel Nebel machen kann!“

Eine Mutter dagegen quälte ein praktischer Gedanke: Ob denn die „Züge“, sprich die vielen Vorhänge, auch mal gewaschen würden. Werden sie nicht, sagte Mayer. Aber aus Brandschutzgründen werde das ganze Theater einmal im Jahr gründlich entstaubt. Der Brandschutz, die Bereitschafts-Stühle in der Kulisse für die Feuerwehr und die spartanisch eingerichteten Garderoben wurden inspiziert und gutgeheißen. Aber am besten, sagt der 12-jährige Philipp, „war die Technik und die Beleuchtung“.

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