Robert Schad, geboren 1953 in Ravensburg: Zweiteilige Stahlskulptur. Eine 2,20 Meter große Figur in Biedermeierkleidung stellt Oppenheim dar. Er blickt auf ein elf Meter hohes abstraktes Gebilde aus „tanzenden“ Linien.
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Robert Schad, geboren 1953 in Ravensburg: Zweiteilige Stahlskulptur. Eine 2,20 Meter große Figur in Biedermeierkleidung stellt Oppenheim dar. Er blickt auf ein elf Meter hohes abstraktes Gebilde aus „tanzenden“ Linien.

Hanau Oppenheim-Denkmal

Weitere Debatte über Denkmal

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Auf dem Freiheitsplatz soll ein Denkmal an den Hanauer Maler Daniel Moritz Oppenheim erinnern. Am 27. Januar entscheiden die Stadtverordneten, ob sie dem Vorschlag einer Jury folgen wollen. Die Opposition im Stadtparlament fordert mehr Transparenz.

Auf dem Freiheitsplatz soll ein Denkmal an den Hanauer Maler Daniel Moritz Oppenheim erinnern. Am 27. Januar entscheiden die Stadtverordneten, ob sie dem Vorschlag einer Jury folgen wollen. Die Opposition im Stadtparlament fordert mehr Transparenz.

Die Diskussion über das Denkmal für den Maler Daniel Moritz Oppenheim vor dem Einkaufszentrum auf dem Freiheitsplatz soll im kommenden Jahr im Ausschuss weitergeführt werden. Eine Entscheidung darüber, ob sie dem Vorschlag der Jury und des Magistrates folgen, wollen die Stadtverordneten am 27. Januar fällen. Das haben die Politiker am Montagabend mehrheitlich beschlossen – nachdem sie zuvor erregt über Sinn und Zweck von Kunst im öffentlichen Raum, Kosten und Bürgerbeteiligung diskutiert hatten. Die sechs Entwürfe für das Denkmal selbst standen nicht im Mittelpunkt.

Gegen die Verlagerung in den Ausschuss für Kultur, Schule und Sport stimmte nur die CDU. Doch nicht, weil sie sofort entscheiden wollten. Im Gegenteil: Ihnen geht es zu schnell und sie sind mit dem Verfahren nicht einverstanden. Über ein Kunstwerk an so zentraler Stelle dürfe „nicht im stillen Kämmerlein“ entschieden werden, sagte Isabelle Münch (CDU). Stattdessen sei vom Magistrat weder den Bürgern noch den Stadtverordneten gegenüber „Transparenz gewünscht“, kritisierte sie und frage: „Wo bleibt die öffentliche Beteiligung?“

Das sei im Jahr 2008, als es um die Skulptur auf dem Kurt-Blaum-Platz ging, anders gewesen, sagte ihr CDU-Kollege Christopher Göbel. Damals habe die Jury ihren favorisierten Entwurf, den von Kazuo Katase, zwar auch zu Beginn des Verfahrens vorgestellt. Doch der Magistrat habe sich erst nach vier Wochen festgelegt, nachdem alle Entwürfe in der Öffentlichkeit diskutiert worden seien. Diesmal habe der Magistrat aber gleich entschieden, sagte Göbel. Angesichts dessen, dass die Verwaltung viele Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung gesammelt habe, könne er nicht verstehen, wieso diese bei „diesem zentralen Projekt“ nicht zum Zuge komme.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) wehrte sich heftig gegen die Vorwürfe. Es habe eine „beachtliche Bürgerbeteiligung“ gegeben, sagte er und meinte damit die Fach-Jury und den Kulturbeirat. Zur Kritik daran, dass nur bestimmte Künstler gebeten worden waren, Entwürfe einzureichen, sagte er: „Sie können ein solches Kunstwerk nicht ausschreiben wie eine Turnhalle.“

Bedenken äußerte auch Holger Vogt (FDP). Er sprach von einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ und vermisste zudem die „Breitenförderung der Kulur“ wie den überfälligen Museumsentwicklungsplan. Sascha Feldes (AF) und Ralph-Jörg Mathes (Linke) sprachen sich für die Skulptur aus, wandten sich jedoch dagegen, dass die Stadt die 175 000 Euro (50 000 zahlt die Bürgerstiftung) zahlen soll. Da könnten Sponsoren gesucht werden, sagten sie mit Blick auf den Investor HBB, der das Einkaufszentrum baut. Kaminsky sprach von einer Bürgerin, „die sich beteiligen würde“.

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