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Die "Hecht" kam im Januar in den Hanauer Hafen. Sie ist der Protoyp des künftigen Hilfeleistungslöschboots.
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Die "Hecht" kam im Januar in den Hanauer Hafen. Sie ist der Protoyp des künftigen Hilfeleistungslöschboots.

Hanau Feuerwehr

Wehr wartet auf neues Löschboot

Die Hanauer Feuerwehr bekommt ein Hilfeleistungslöschboot, das für den gesamten Main-Abschnitt zwischen Offenbach und der Schleuse Groß-Welzheim eingesetzt werden soll.

Von Anne Lorenc

Die Hanauer Feuerwehr soll ein neues Boot bekommen. Dieses Hilfeleistungslöschboot soll für den gesamten Main-Abschnitt zwischen Offenbach und der Schleuse Groß-Welzheim eingesetzt werden. Im Januar konnten Besucher und Beschäftigte des Hanauer Hafens das Boot schon einmal sehen: Es hatte die „Hecht“ aus Gernsheim am Rhein angelegt, der Prototyp des neuartigen Löschbootes. Der Hanauer Feuerwehr soll es etwa 2015 / 2016 zur Gefahrenabwehr zur Verfügung stehen.

Der Förderbescheid des Landes Hessen über zwei Drittel der Summe liegt seit einigen Monaten vor, den Rest wird die Stadt Hanau beisteuern. Denn der hiesige Hafen, laut Statistik der umsatzstärkste Umschlagplatz am gesamten Main, profitiert ebenfalls von dem Plus an Sicherheit.

Für die vorgesehenen Aufgaben sei Hanau „strategisch günstig gelegen“, freut sich der Technische Leiter der Hanauer Feuerwehr, Stefan Schönberg. Nicht zu dicht an den Kollegen in Frankfurt – aber so nahe dran, dass diese im Notfall mit ihrem ungleich stärkeren Löschboot zu Hilfe eilen können. Schönberg und der Pressesprecher Tibor Róka bekommen leuchtende Augen, wenn sie aufzählen, was sich mit dem Boot alles bewerkstelligen lässt.

Menschen aus dem Wasser oder von havarierten Schiffen zu retten steht ganz oben im Leistungskatalog. Dabei geht man nicht nur von Lastkähnen und Tankschiffen aus, sondern vermehrt auch von Flusskreuzern. Die Anzahl der Hotelschiffe nehme ständig zu, bestätigt der zuständige Stadtrat Andreas Kowol (Grüne). Schönberg sagt, dass deren meist ältere Klientel sich im Notfall nur schwer selbst in Sicherheit bringen könne. Das neue Boot mit seiner erhöhten Kajüte sei von den hoch ragenden schwimmenden Hotels gut zu erreichen. „In solch einem Fall wären wir mit unserem kleinen Mehrzweckboot hilflos“, sagt er.

Brände auf Schiffen, in Firmen im Hafen oder in Ufernähe lassen sich effektiv löschen, weil das neue saugstarke Boot im Eiltempo enorme Wassermengen aus dem Main pumpen und mit Hochleistungs-Werfern wieder loswerden und sogar Lösch-Schaum produzieren kann. Ein Mast für Flutlicht erleichtert die Arbeit bei Nacht, ein ausklappbarer Bug und ein Kran helfen, Lasten an Bord zu hieven. Und für Maßnahmen bei Gewässerverunreinigungen ist das Boot auch gerüstet.

Zwei Mann Besatzung

Der Impuls für das Vielzweckgerät kam von einer Risikoanalyse, die vom hessischen und rheinland-pfälzischen Innenministerium für Rhein und Main in Auftrag gegeben worden war. Man beschloss, fünf Hilfeleistungslöschboote zum Preis von jeweils 1,5 Millionen Euro zu stationieren. Demnächst soll der Auftrag europaweit ausgeschrieben werden.

Der Hanauer Hafen bietet sich als Standort an mit seinen Tankanlagen, Futtersilos, einem riesigen Lager für Altreifen und enormen Schrottmengen mit viel brennbarem Leichtmetall. Dazu kommte eine Umladestation für Kali. Das sei „brennbar, wenn es mit Wasser in Berührung kommt“, sagt Pressesprecher Róka. Außerdem tuckern hier viele Schiffe entlang, die Steinkohle zum Kraftwerk Staudinger nach Großkrotzenburg bringen. Alles potenzielle Gefahrenquellen.

Das Hilfeleistungslöschboot benötigt zwei Mann Besatzung: Bootsführer und Bootsmann. Der Bootsführer braucht lediglich einen Sportbootführerschein. Denn das Boot ist exakt 14,99 Meter lang. Ab 15 Meter, erklärt Schönberg, brauche der Bootsführer ein Kapitänspatent. Für eine Wehr, die sich aus einem Stamm von hauptberuflichen und vielen freiwilligen Feuerwehrleuten zusammensetzt, sei das aber weder zeitlich noch finanziell machbar.

Die Vorfreude der Wehr ist groß. Nur einen kleinen Haken gibt es noch: Der Liegeplatz für das 1,5-Millionen-Boot steht noch nicht fest. Sie hätten sich einige angesehen, aber noch nicht entschieden, sagt Róka. Der Hafen selbst komme nicht in Frage. „Wenn es dort knallt, wäre das Boot ja mittendrin.“

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