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Wasser in Hanau

Wasserverbrauch in Hanau steigt

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Der Bau des neuen Wasserwerks III in Hanau hat begonnen. Die Stadtwerke Hanau investieren rund drei Millionen Euro in moderne Technik.

Spätestens 2023 wird das historische Wasserwerk III an der Burgallee in Wilhelmsbad stillgelegt. In unmittelbarer Nähe haben die Arbeiten für den Neubau begonnen. Rund drei Millionen Euro investieren die Stadtwerke Hanau (SWH) in die neue Anlage, die mit moderner Technik ausgestattet und auf die wachsende Einwohnerzahl ausgelegt seien wird. Laut SWH soll auch künftig die weitgehende Selbstversorgung beim Trinkwasser erhalten bleiben. Das denkmalgeschützte Pumpengebäude von 1912, das vor Jahren ein Investor erworben hat, soll eine andere Verwendung finden.

Das villenähnlich aussehende Gebäude aus der Jugendstilepoche bietet für die neue Technik nicht ausreichend Raum, sagt Dirk Drescher, Bereichsleiter Wasser bei den SWH. „Mehr Fläche als bisher wird nicht benötigt, eher das Gegenteil, aber mehr Höhe ist gefordert. Die moderne Filtertechnik verlangt mehr als vier Meter“, so Drescher. Mit dem Neubau befinde sich die komplette Trinkwasseraufbereitung unter einem Dach. Bislang werde das Wasser aus 23 Brunnen im Bereich Wilhelmsbad und Kesselstadt in einem offenen Filtersystem gereinigt, künftig in einem geschlossenen. Zudem werden die Komponenten so dimensioniert, dass der Durchsatz um 100 auf 700 Kubikmeter pro Stunde gesteigert werden kann. Hanau wächst. In den Neubaugebiete werden Tausende Neubürger wohnen.

Wasserversorgung

Die Stadtwerke Hanau betreiben sechs Wasserwerke, die aus 79 Brunnen im Stadtgebiet versorgt werden.

Die Anlagen laufen vollautomatisch unter Fernmonitoring.

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Hanau mit 135 Liter im Jahr neun Liter über den Bundesdurchschnitt. sun

Der durchschnittliche Jahresverbrauch der Stadt liegt laut Drescher bei rund sechs Milliarden Liter Trinkwasser. An sich korreliere der Verbrauch ziemlich genau mit der Einwohnerzahl, heißt es. Dennoch, pro Jahr sei mit einer Steigerung von zwei bis 2,5 Prozent zu rechnen. Der Mehrverbrauch sei im nicht geringen Maß Neubürgern und der „Generation Komfort“ zuzuschreiben“, sagt Drescher. Aber auch die seit wenigen Jahren immer beliebter werdenen Pools zum Plantschen und Schwimmen leisten ihren Beitrag. Das Corona-Jahr 2020 habe hingegen keinen signifikanten Mehrverbrauch verursacht, lediglich die Tagesverbrauchsspitzen hätten sich verschoben etwa vom Abend auf den Nachmittag.

Das Wasserwerk III wird aus 23 Flachbrunnen im Umfeld gespeist, die ebenso alt sind wie das Pumpenhaus, dass heute ziemlich leer wirkt, weil dort kompakte Elektromotoren surren. In den ersten Jahrzehnten hingegen herrscht noch Enge in der Halle, als dort großen Gasmotoren ratterten, die einst von einer Kokerei versorgt wurden. Die Pumpstation mit einem für heutige Verhältnisse kleinen Wasserspeicher von 4000 Kubikmetern sei wegen der Expansion der Stadt gebaut worden, so Drescher. Es sei ein guter Standort auch aus aktueller Sicht, heißt es. Das Grundwasser sammele sich dort ob der Topografie reichlich. Selbst während langer Trockenperioden förderten die Pumpen unentwegt das Nass aus knapp zwölf Meter Tiefe.

Laut Drescher verfügt Hanau mit seinen sechs Wasserwerken über genug Ressourcen für eine 100-prozentige Eigenversorgung, theoretisch. Wegen Mitgliedschaft im Wasserverband Kinzig bleibe Mittelbuchen an der Fernleitung aus dem Vogelsberg. Die Stadtteile Klein-Auheim und Steinheim beziehen ihr Wasser vom Kreis Offenbach. Das sei historisch gewachsen und heute nur mit einer sehr teuren Leitung unter dem Main zu ändern, so Drescher.

Das neue Wasserwerk III wird nicht mit der eleganten Architektur des Altbaus konkurrieren, sondern funktional und mit einer Holzfassade gestaltet werden. Die Zukunft des alten Maschinenhauses, das mal für ein Festival als Theater diente, sei noch nicht konkret. Eine Idee sei, es als Kulturstätte und Museum zu nutzen.

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