Wahlplakat an der Christuskirche in Hanau.
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Wahlplakat an der Christuskirche in Hanau.

Vorstandswahlen Evangelische Kirche

Wahlrecht schon mit 14

66.000 Protestanten entscheiden in den nächsten Tagen über ihre Kirchen-Vorstände, darunter rund 7700 Erstwähler ab 14 Jahren. In diesem Jahr ist die Wahl erstmals auch online möglich.

Von Wiebke Ranneberg

Evangelische Christinnen und Christen dürfen in den nächsten Tagen gleich drei- oder viermal wählen: Neben der Wahl des Bundestages, des Landtags und mancherorts des Bürgermeisters stehen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) die Wahlen für die neuen Kirchenvorstände an. Am Sonntag, 29. September, können die Gläubigen persönlich bestimmen, wer die Geschicke ihrer Gemeinde leiten soll. Zuvor ist auch die Wahl per Brief und – erstmals – per Internet möglich. Es sei das erste Mal, dass eine Organisation dieser Größe mit rund 800.000 Wahlberechtigten die Abstimmung per Onlineformular anbiete, teilt die EKKW mit. Möglich ist die Wahl per Internet aber nur noch bis zum Sonntag, 22. September, 24 Uhr.

Vorstand leitet die Gemeinde

In den Kirchenkreisen Hanau-Land und Hanau-Stadt sind nach Angaben der Landeskirche zusammen 66.000 Erwachsene und Jugendliche wahlberechtigt. Darunter sind rund 7700 Erstwähler. Denn in der evangelischen Kirche wird man schnell erwachsen, es dürfen bereits 14-Jährige mitstimmen. Damit nehme die Kirche „die Religionsmündigkeit und die Konfirmation ernst“, die beide mit dem 14. Lebensjahr verbunden seien, sagt Bernd Böttner, Propst im Sprengel Hanau. Der Kirchenvorstand leitet zusammen mit den Pfarrerinnen und Pfarrern die Gemeinde. Dazu gehört die Gestaltung von Gottesdiensten und Festen und die Organisation von Kirchenmusik und Jugendarbeit ebenso wie die Kontaktpflege mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften. Die Mitglieder des Kirchenvorstandes sind aber auch zuständig für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich, für Finanzen und Gebäude und die Repräsentation der Gemeinde nach außen.

Zusammenschluss der Stadtkirchen

Eine Besonderheit gibt es in Hanaus Innenstadt. Dort wollen sich am 1. Januar 2014 vier Gemeinden zur Stadtkirchengemeinde zusammenschließen. Das bedeute, dass es nur noch einen Kirchenvorstand der Christus-, Johannes-, Kreuz- und Marienkirche geben werde, schreibt Pfarrer Michael Ebersohn von der Kreuzkirche. Für die erste Wahl in der künftigen Großgemeinde können die bisherigen Gemeinden aber noch ihre eigenen Leute wählen. In der Kreuzkirche kandidieren fünf Frauen und Männer für die vier Plätze. Darunter sind mit Susanne Rühs und Thorsten Alt, beide 45 Jahre alt, zwei Neue. Er freue sich „besonders auf das Zusammenwirken und Zusammenwachsen der Gemeinde“, schreibt Alt im Gemeindebrief. Seit zwei Jahren ist Melanie Kießhauer (32) im Vorstand. Sie interessiert sich besonders für den Kindergottesdienst und den besonders gestalteten „Tankstellen-Gottesdienst“ zu aktuellen Themen. Andreas Gast (48), seit zwölf Jahren dabei, möchte sich mit den Finanzen und der „Entwicklung der Kirche in Hanau“, beschäftigen.

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