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Hanau

Wärme bald nicht mehr aus Kohle

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Die Stadtwerke Hanau und die Frankfurter Mainova bauen ein modernes Blockheizkraftwerk, das mehr als 19 000 Haushalte in Großauheim mit Fernwärme versorgen soll

Die Stadtwerke Hanau (SWH) und der Frankfurter Energieversorger Mainova AG werden gemeinsam im Hanauer Stadtteil Großauheim ein Blockheizkraftwerk bauen, das die mehr als 19 000 Haushalte und Industriebetriebe in Hanau mit Fernwärme beliefern soll. Das teilten gestern die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Für das Vorhaben wird eine Gesellschaft gegründet, an der sich die SWH mit 49,9 Prozent und die Mainova mit 50,1 Prozent beteiligt. Die Baukosten der Anlage auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne – einschließlich Grunderwerb von einem Hektar – werden mit 50 Millionen Euro angegeben. Baubeginn könnte Ende 2021 sein.

Das Großprojekt hatte sich bereits 2020 abgezeichnet. Die SWH verkündeten damals, dass der Liefervertrag mit dem Kohlekraftwerk Staudinger nicht verlängert und nach 30 Jahren in 2024 enden wird. Aktuell ist die Fernwärme ein Abfallprodukt aus Block 5, der laut Betreiberin Uniper ob des vom Bund beschlossenen Kohleausstiegs 2025 stillgelegt werden soll. Gespräche mit Uniper über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) auf Staudinger waren ergebnislos geblieben. Laut Stadtwerke-Chefin Martina Butz hätte es wieder keinen gesicherten Vertrag mit Uniper gegeben, der eine kontinuierliche Lieferverbindlichkeit geboten hätte. Immer wieder müsse die SWH Ausfälle mit ihren Reserveheizwerken überbrücken, bemerkt Butz. Zudem sei der Tarif merklich gestiegen.

Komplexität und Zeitdruck

Sich die Mainova als Partner zu nehmen, liegt für die Stadtwerke nah, denn die Frankfurter sind mit 49,9 Prozent Anteileigner an den SWH. Überdies setzt man auf die Erfahrung der Mainova, die einer der größten regionalen Energieversorger Deutschlands sein soll. „Der Umfang und die Komplexität dieses Projektes bei hohem Zeitdruck wären mit den Ressourcen der Stadtwerke allein nicht umsetzbar gewesen“, heißt es.

Mit drei Gasmotoren soll Strom und Wärme erzeugt werden. Die Leistung wird 30 Megawatt betragen, die in drei Wärmespeicher gepuffert werden kann. In Nachbarschaft auf dem 38 Hektar großen Gelände soll ein Rechenzentrumkomplex entstehen. Das BHKW wird die Abwärme der Tausenden Computer wegen des hohen technischen Aufwands nicht nutzen, sagt Butz auf FR-Anfrage. Mainova-Vorstandschef Constantin H. Alsheimer sowie SWH-Aufsichtsratvorsitzender und Hanaus OB Claus Kaminsky (SPD) versprechen dennoch eine hocheffiziente Wärme- und Stromerzeugung. Im Vergleich zu Staudinger werde die Anlage rund 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Perspektivisch sei der Betrieb mit emissionsfreien Gasen wie klimaneutral hergestelltem Wasserstoff möglich.

Die Investition in die autonome Fernwärmeversorgung wird der Kunde jedoch auf seiner Abrechnung ablesen können. Laut Butz wird es ein „bisschen teurer“. Mit einem höheren Anteil an Biogas soll der Anstieg moderat gehalten werden, so Butz.

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