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Mehrheit im Stadtparlament gefunden: Robert Schad und sein Oppenheim-Denkmal.

Hanau Oppenheim-Denkmal

Votum für das "Tanzende Bild"

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Das Hanauer Stadtparlament einigt sich auf einen Entwurf zum Denkmal für den Maler Moritz Daniel Oppenheimer. Oberbürgermeister Kaminsky kündigt finanzielle Unterstützung durch Sponsoren an. Gegenstimmen kritisieren die mangelhafte Bürgerbeteiligung.

Mit Stimmen des Kleeblattbündnisses von SPD, BfH und Grünen sowie der Fraktion der Republikaner hat das Stadtparlament sich auf den Entwurf zum Denkmal für den Hanauer Maler Moritz Daniel Oppenheimer geeinigt. CDU, FDP, Linke und Alternative Fraktion votieren dagegen. Sie kritisierten die mangelhafte Bürgerbeteiligung. CDU und FDP erklärten ihre Ablehnung auch damit, dass die Plastik „Moritz und das tanzende Bild“ von Robert Schad zu abstrakt sei und der Bürger sich somit kaum mit dem Werk identifizieren könne. Beide Fraktionen stellten einen Antrag auf Vertagung der Entscheidung, der aber mehrheitlich abgelehnt wurde.

Dafür, dass das Geld für das Denkmal keine so große Rolle mehr in der Debatte spielte, sorgte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in seinem Vorwort zur Aussprache. „Private Mäzene in der Stadt und erfolgreiche Unternehmen in der Stadt und der Region“ haben laut Kaminsky zugesagt, die Verwirklichung des Entwurfs von Schad finanziell zu Unterstützen. Das deutliche Ergebnis in der Sitzung des Kulturausschusses mit fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung habe die Gönner zu der Zusage motiviert, so der OB. Damit sei das Signal gesetzt worden, dass der Entwurf auch im Parlament seine Mehrheit erhalten werde.

Wer die potenziellen Geldgeber sind, will Kaminsky erst in den nächsten Wochen verkünden. Ein Sponsor soll jedoch aus Frankfurt kommen. Von den 225 000 Euro für das Denkmal sollte nach Abzug der Spende durch die Bürgerstiftung in Höhe von 50 000 Euro der Rest von der Stadt getragen werden. Nun verhält es sich laut Kaminsky aber so, dass ob der Sponsoren der Eigenanteil bei unter 30 000 Euro liegen wird. Dieser könnte wohl auch auf Null schrumpfen. Daher meinte Kaminsky, ob es am Ende nicht angebracht wäre, „wenn die Stadt mit einem kleinen Betrag Flagge zeigt“.

Dieter Hog, Fraktionschef der CDU, ging es nicht mehr so sehr ums Geld. Er sagte, dass die Dimensionen von Denkmal Einkaufszentrum Forum Hanau, vor dem es stehen soll, derzeit nicht einschätzbar seien. Zudem erschließe sich die „mächtige Stahlkonstruktion“ dem Bürger nicht so ohne weiteres. In gleicher Weise argumentierte Holger Vogt von der FDP. Auch dass mögliche Rostflecken vom Kunstwerk den Steinboden darunter ruinieren könnten, bestärkte ihn seiner Ablehnung.

CDU, FDP und auch die Linke, die sich mit dem Entwurf an sich anfreunden kann, erklärten ihre Haltung auch mit einer unzureichenden Bürgerbeteiligung. Dabei wurde hervorgehoben, dass Kaminsky das Veto des Ortsbeirats Innenstadt ignoriere, der sich in dem Verfahrensprozess nicht genug eingebunden gefühlt habe.

Rostflecken mit Zitronensaft entfernen

„Oppenheim war noch niemals so präsent und bekannt in der Stadt wie in diesen zehn Wochen“, reagierte der OB auf den Vorwurf. Das sei gut. Den Künstlern, die sich am Wettbewerb beteiligten, sei der Umgang mit Dimensionen auf Plänen und in Modellen vertraut, so der OB. Auch die Rostflecken ließ er nicht unbeantwortet. Die lassen sich mit Zitronensaft entfernen, habe ihn Schad versichert. Doch die Opposition nahm Kaminskys Handreichung nicht an, „sich in letzter Sekunde stadtgeschichtlich auf die richtige Seite zu stellen“.

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