Alle aufgereiht: eine Plakatwand in Hanau.
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Alle aufgereiht: eine Plakatwand in Hanau.

Wahlen Hanau/Main-Kinzig-Kreis

Viel zu zählen

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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In den Wahllokalen des Main-Kinzig-Kreises werden am Sonntag erst die Stimmen für den Bundestag, dann die für den Landtag und schließlich in Erlensee, Wächtersbach und Birstein auch die Stimmen für die Bürgermeisterwahl gezählt.

In den Wahllokalen des Main-Kinzig-Kreises werden am Sonntag erst die Stimmen für den Bundestag, dann die für den Landtag und schließlich in Erlensee, Wächtersbach und Birstein auch die Stimmen für die Bürgermeisterwahl gezählt.

Am Sonntagabend werden die vielen hundert Wahlhelferinnen und Wahlhelfer alle Hände voll zu tun haben. Schließlich wird nicht nur der hessische Landtag oder nur der Bundestag bestimmt – sondern gleich beide Parlamente. Und in drei Kommunen im Main-Kinzig-Kreis – Erlensee, Wächtersbach und Birstein – können die Bürger auch noch ihren Bürgermeister oder ihre Bürgermeisterin bestimmen.

Doch selbst wenn die Neugier auf das neue Stadtoberhaupt größer sein sollte als auf die Frauen und Männer, die in den Bundestag einziehen: Ausgezählt werden muss zuerst die Bundestagswahl, dann die Landtagswahl, und erst dann kommen die Stimmen für die Bürgermeisterkandidaten dran. Die Verantwortlichen in Wächtersbach rechnen aber damit, dass sie das Ergebnis der Bürgermeisterwahl bereits um 21.30 Uhr bekannt geben können.

In Hanau sind rund 600 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Einsatz. Die erste Mehrfachwahl ist das aber nicht für Hanaus Wahlleiter Helmold Förster und seine Kollegen: Erst vor zweieinhalb Jahren, am 27. März 2011, wählten die Hanauer die Stadtverordnetenversammlung, Ortsbeiräte, Kreistag und Landrat.

Eine Besonderheit gibt es diesmal: Mehr Frauen und Männer dürfen ihre Kreuze für den Bundestag machen als für den Landtag. So wohnen in Hanau rund 260 Menschen, die zwar den Bundestag, nicht aber den Landtag wählen dürfen. Die meisten von ihnen sind wahrscheinlich erst in den vergangen drei Monaten nach Hessen gezogen, haben also noch kein „hessisches Wahlrecht“. Außerdem gebe es 76 Menschen, die im Ausland lebten, aber in Hanau gemeldet seien, sagt Förster. Diese Auslandsdeutschen dürfen nur den Bundestag wählen.

Aufruf des Ausländerbeirats

Besondere Stimmzettel erhalten die Menschen, die in Wahlbezirken abstimmen, die für die repräsentative Wahlstatistik ausgewählt wurden. Das sind im Main-Kinzig-Kreis acht Bezirke, darunter der Wahlbezirk 504, dessen Wahllokal in der Ludwig-Geißler-Schule ist. Dort bekommen Frauen und Männer, Ältere und Jüngere unterschiedliche Zettel.

Einen besonderen Aufruf hat der Ausländerbeirat Erlensee verschickt. Er fordert speziell Menschen mit Migrationshintergrund auf, sofern sie das Wahlrecht haben, es auch zu nutzen. Auf Bundes- und Landesebene würden „wichtige Rahmenbedingungen geschaffen, die sich für jede und jeden unmittelbar auswirken“, schreibt Vorsitzender Ali-Hasan El-Fadghan.

Mit ihrer Stimme könnten die Wähler zudem ein „klares Zeichen für Weltoffenheit und Chancengleichheit“ setzen, schreibt er. Zudem dürften bei der Bürgermeisterwahl auch Menschen aus den EU-Staaten mitentscheiden.

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