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Ab 65 steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken.
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Ab 65 steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken.

Hanau Demenz

Das verborgene Leiden

Eine Aktionswoche in Hanau greift das Thema „Demenz in unserer Mitte“ auf. Die Stadt will damit Tabus brechen und Angehörigen helfen, Netzwerke zu knüpfen.

Von Anne Lorenc

Eine Aktionswoche in Hanau greift das Thema „Demenz in unserer Mitte“ auf. Die Stadt will damit Tabus brechen und Angehörigen helfen, Netzwerke zu knüpfen.

Ein ausgesprochenes Angstthema rückt vom kommenden Samstag, 21. September, an ins Rampenlicht: „Demenz in unserer Mitte“ bildet den Schwerpunkt der Aktionswoche „Alt . . . stimmt!“, die das städtische Seniorenbüro und der zuständige städtische Fachbereich bis zum 28. September anbieten. Informationen auf vielerlei Ebenen finden sich ebenso wie Geselligkeit für Betroffene, Angehörige, und Interessierte, die diesem Thema nicht aus dem Wege zu gehen versuchen.

In Hanau leben laut Statistik geschätzte 1562 Menschen über 65 Jahre, die von einer dementiellen Erkrankung betroffen sind. Diese Zahl nannte gestern Stadtrat Axel Weiss-Thiel (SPD) bei der Vorstellung der Aktionswoche. Es gebe mittlerweile kaum jemanden, der nicht im Familien- oder Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft oder im weiteren sozialen Umfeld einen dementiell erkrankten Menschen kenne.

Die Aktionswoche will nicht nur Organisationen und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige bekannt machen, sie will Netzwerke ermöglichen, Ideen geben und Initiativen starten. Das Leben müsse einfacher werden, und die Menschen sollten mehr aufeinander zugehen. Gerade allein lebende Hochbetagte seien auf Unterstützung angewiesen. Beim Spazierengehen, beim Einkaufen, vor dem Bankschalter etwa.

„Sprechen Sie hilflose Menschen an“, riet Uwe Jander-Kleinau, Chefarzt der Geriatrie am St. Vinzenz-Krankenhaus. Es sei ratsam, Hilfe anzubieten, wenn ein Mensch orientierungslos wirke, in der Öffentlichkeit unpassend angezogen sei oder sich außergewöhnlich verhalte.

Rutsch in die Isolation

Wie unscheinbar diese Krankheit beginnen kann, wie sie schleichend die Persönlichkeit zerstört und Familie wie Umfeld harten Belastungen aussetzt, schilderte Birgit Seeger, eine betroffene Ehefrau. Ihr Mann hatte bereits 2001 erste Anzeichen der Krankheit gezeigt, aber es dauerte vier Jahre, bis tatsächlich eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert wurde. Inzwischen lebt er in einem Pflegeheim.

„Demenz ist eine Angehörigen-Krankheit“, sagte sie. Denn die Betroffenen selbst merkten – „hoffentlich“ – wenig davon. Seeger hatte das Glück, dass Familie und Freunde ihr all die Jahre zur Seite standen.

Sie weiß, wie wichtig Unterstützung für die Angehörigen ist und wie hilflos sie oft der Mehrfachbelastung durch Pflege, Familie und Beruf sind.

Ein Frauen Problem, bestätigt Weiss-Thiel: Zwei Drittel aller Erkrankten werden zuhause versorgt, und meist von Frauen. Durch Überforderung und häufig auch Scham rutschten sie leicht in die Isolation. Mit Erfahrungsaustausch und Hilfsangeboten will die Aktionswoche ihnen fürs Alltagsleben zur Seite stehen und ihnen praktikable Perspektiven zur Entlastung bieten.

Die Aktionswoche will Tabus aufbrechen und setzt Akzente mit Vorträgen, Filmen und Ausstellungen, Workshops und geselligem Beisammensein. Den Auftakt bildet am Samstag, 21. September, von 10 bis 16 Uhr eine Informationsbörse im Foyer des Rathauses am Markt.

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