Hanau

Umbau in Hanau wäre zu teuer geworden

  • Detlef Sundermann
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Statt eines Parkhauses für Fahrräder soll nun ein Parkplatz hinter dem Rathaus entstehen. Die Stadt sieht wegen der Coronakrise für den ersten Plan ein zu hohes finanzielles Risiko.

Im Zentrum der Innenstadt soll eine größere Stellfläche für Fahrräder entstehen. Als Örtlichkeit ist der Parkplatz hinter dem Rathaus in der Langstraße im Gespräch. Von dort ist der Fußweg kurz, etwa zum Wochenmarkt, zum Einkaufszentrum oder in die Bibliothek. Voraussichtlich nach den Sommerferien wird der Magistrat dem Stadtparlament ein Konzept zur Abstimmung vorlegen, heißt es von der Stadt auf Anfrage der FR. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Das geplante Fahrradparkhaus mit einigen Annehmlichkeiten für Radler im 600 Quadratmeter großen, ehemaligen Tegut-Markt in der Sternstraße ist damit vom Tisch. Laut Verkehrsdezernent Thomas Morlock (FDP) hat sich das Vorhaben aus „finanziellen Gründen zerschlagen“. Es gibt nicht genug staatlichen Zuschuss. Demnach hätte die Stadt von den 720 000 Euro Umbaukosten mehr als zwei Drittel übernehmen müssen. „Dieses finanzielle Risiko war uns jetzt in der Corona-Krise zu hoch“, notiert Morlock.

Deutlich weniger belastend für den städtischen Haushalt ist hingegen der neue Plan eines Velo-Parkplatzes. Je nach Konzept können dort 40 bis 100 Räder deponiert werden, das ist jedoch weniger als das anvisierte Parkhaus geboten hätte, nämlich 141. Auch wird es keine abschließbare Spinde geben, 82 waren zugesagt worden, und eine Umkleide samt Duschen schon gar nicht. An Wetterschutz und Sicherheit gegen Diebstahl soll es bei der neuen Lösung hingegen nicht mangeln. Zu letzterem soll eine Videoüberwachungsanlage betragen.

Zurzeit werden zwei Varianten geprüft: die Aufbewahrung in abschließbaren Bike&Ride-Boxen, wie sie etwa am Hauptbahnhof stehen, und eine „transparente Einhausung“ des geschätzt 400 Quadratmeter großen Geländes. Der Zugang soll personalfrei erfolgen, etwa durch eine Smartphone-App.

Die städtische Hanau Infrastruktur Service schätzt die Kosten je nach Variante auf 50 000 bis 100 00 Euro. Als Extra könntenam Fahrradparkplatz eine Ladesäule für E-Bikes und eine öffentliche Toilettenanlage installiert werden, heißt es.

Parkgebühren noch offen

Noch keine Festlegung gibt es auch hinsichtlich der Nutzerklientel. Es sei noch offen, ob der Veloparkplatz ausschließlich von Dauer- oder ebenso von Kurzparkern, die etwa auf den Wochenmarkt einkaufen, genutzt werden kann, heißt es auf Anfrage. Damit ist gleichfalls offen, ob Parkgebühren verlangt werden und wenn ja, in welcher Höhe.

Laut Morlock habe in der Innenstadt eine zentrale Abstellfläche für Fahrräder bislang gefehlt. Die Alternative zur Sternstraße liege zentraler und werde daher „wahrscheinlich optimal genutzt“. Auch werde die Zufahrt einfacher und gefahrloser sein im Vergleich zur Tiefgarage unter dem Marktplatz. Überdies passt der Fahrradparkplatz zum Konzept für die Langstraße, die im Mai zur Fußgängerzone umgewidmet worden ist, hebt Morlock hervor. Anwohner und Gewerbetreibende haben dem Vorhaben zugestimmt, die bisherige Einbahnstraße für Autoszu sperren, weil man sich davon einen „Attraktivitätsgewinn“ verspricht. Nicht ohne Grund: Anlass waren Beschwerden von Anliegern und Passanten, weil Autofahrer die Langstraße zunehmend als Rennstrecke betrachteten.

Damit der neue Status der Langstraße von Autofahrern nicht ignoriert werden kann, sollen versenkbare Poller den Verkehr außen vor halten. Lediglich Anlieger und Lieferanten erhalten per Transponder Durchfahrt. Die Stadtverordneten haben für den Einbau der Technik, die bereits im Stadtteil Mittelbuchen genutzt wird, 60 000 Euro bewilligt. Allerdings lässt die Installation der Poller ob der Lieferzeit noch auf sich warten.

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