Hanau

Trauer in Hanau nicht verbannen

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Die Alternative Linke Liste kritisiert die Forderung von CDU-Politikern, die öffentlichen Orte der Trauer und Erinnerung an den Anschlag vom 19. Februar auf eine Gedenktafel auf dem Hauptfriedhof zu beschränken.

Die Alternative Linke Liste (ALL) weist Forderungen zurück, die an exponierter Stelle – etwa am Brüder-Grimm-Denkmal – öffentlich wahrnehmbaren Zeichen der Trauer um die Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar auf eine Gedenktafel auf dem Hauptfriedhof zu beschränken.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert und Alt-Oberbürgermeisterin Margret Härtel hatten eine „Rückkehr zur Normalität“ angemahnt. Es gebe gar den Vorschlag, alle Zeichen öffentlicher Trauer zu entfernen. „Die Verbannung des Orts der Trauer in einen selten begangenen Winkel des Friedhofs ist keine Rückkehr zur Normalität, das Vergessen der tiefsten Wunde, die Hanau nach dem Krieg getroffen hat, ist das nicht Normale. Aus den Augen, aus dem Sinn“, heißt es in der ALL-Mitteilung. Die Aufforderung „jetzt muss aber auch mal Schluss sein mit dem Trauern“ kenne man aus anderem fatalem Zusammenhang. Sie sei zynisch gegenüber den Opfern und ihren Familien.

Man solle das Brüder-Grimm-Denkmal als Ort kollektiver Trauer respektieren bis eine angemessene, dauerhafte Gedenkstätte vorhanden ist, erklärt unterdessen die CDU-Fraktionsvorsitzende Isabelle Hemsley. Dennoch spüre auch sie die von Kasseckert und Härtel aufgegriffene Verunsicherung in der Bevölkerung. Deshalb müsse das Thema mit der notwendigen Sensibilität aufgegriffen werden.

CDU-Stadtvorsitzender Joachim Stamm: „Wir müssen einen Weg finden, die Angehörigen nicht alleine zu lassen und eine gemeinsame Trauerbewältigung ermöglichen. Dazu müssen Gedenkstätten entstehen, die für die gesamte Bevölkerung Ort des Erinnerns und gegen das Vergessen werden“,

Die CDU schlägt Gedenktafeln an den beiden Orten des Anschlags und ein Mahnmal gegen rassistische Gewalt auf dem Hauptfriedhof vor.

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