In der Lebensmittelausgabe der Hanauer Tafel. Das Angebot findet immer mehr Nutzer.
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In der Lebensmittelausgabe der Hanauer Tafel. Das Angebot findet immer mehr Nutzer.

Hanauer Tafel

Tafel bangt um ihren Standort

  • Uta Grossmann
    vonUta Grossmann
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Die Hanauer Tafel benötigt mehr Platz. Doch eine angrenzende Halle von Eon kann sie nicht anmieten. Das Gelände des Energieversorgers in der Hospitalstraße soll verkauft werden.

Die Hanauer Tafel benötigt mehr Platz. Doch eine angrenzende Halle von Eon kann sie nicht anmieten. Das Gelände des Energieversorgers in der Hospitalstraße soll verkauft werden.

Mittwochnachmittag an der Lebensmittelausgabe der Hanauer Tafel im Laden an der Hospitalstraße 22. Trotz des Regenwetters herrscht der übliche Andrang. Die Tafel sammelt überschüssige Lebensmittel bei Märkten und Läden ein und verteilt sie an Bedürftige, die sich ihr täglich Brot nicht leisten können. Das werden immer mehr. Momentan versorgt die Tafel 2000 Menschen, darunter 500 Kinder und Jugendliche.

Laden braucht mehr Platz

Die 300 Quadratmeter Ladenfläche auf dem Gelände reichen nicht mehr aus, zumal die Tafel über die Lebensmittel hinaus auch günstige Kleidung und Haushaltswaren anbietet.

Am liebsten würde Tafel-Leiterin Petra Weinzettel die an den Laden angrenzende leerstehende Halle dazu mieten. Das würde die Platzprobleme lösen. Die 8500 Quadratmeter große Gewerbefläche an der Hospitalstraße gehört dem Energieversorger Eon. Der Mietvertrag der Tafel mit der städtischen Baugesellschaft, die den Laden von Eon gemietet hat, läuft bis 2019.

Trotzdem bangt die Tafel um ihr Domizil, weil Eon das Gelände verkaufen will. „Kauf bricht Miete nicht“, beruhigt Dietmar Bremer, Immobilienmakler aus Kassel. Ein Eigentümerwechsel ändere daran nichts. Er verhandele derzeit mit drei ernsthaften Interessenten. Wer zuerst einen belastbaren Finanzierungsplan vorlege, bekomme den Zuschlag, sagt Bremer. Der Kauf solle Ende September abgeschlossen sein. Eon wollte sich zum Stand der Verkaufsverhandlungen nicht äußern.

Die Tafel möchte gern an der Hospitalstraße bleiben. „Der Standort ist ideal, zu Fuß sind es fünf Minuten zum Freiheitsplatz, wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen“, sagt Petra Weinzettel.

Christa Martin und Sascha Feldes von der Alternativen Fraktion (AF), die kürzlich die Tafel besuchten, loben das Engagement der Tafel-Mitarbeiter, das wesentlich zum sozialen Frieden in der Stadt Hanau beitrage. Gleichzeitig teilen sie die Sorge der Tafel um ihre Zukunft am jetzigen Standort und kritisieren, dass die Stadt die Liegenschaft nicht gekauft habe.

Es sei „ein Skandal“, wenn Gebäude auf dem Eon-Gelände, die die Hanauer Tafel dringend brauche, weiter verfallen, so die Alternative Fraktion. Zudem gebe es weitere soziale Einrichtungen, die an einem Platz auf dem Gelände interessiert seien.

Stadt will nicht kaufen

Die Stadt hat indes kein Interesse und Geld, das Gelände zu kaufen, teilt Sprecher Joachim Haas-Feldmann mit. Das Stadtplanungsamt gehe davon aus, dass ein Bauträger als Käufer zum Zuge komme, der Wohnbebauung plane und den Tafel-Laden erhalte.

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