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Groß-Krotzenburg/Hanau

Staudinger: Früher Schicht im Block 5

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Das Kohlekraftwerk Staudinger wird früher als geplant vom Netz genommen - das bedeutet aber auch, dass es keine Fernwärme mehr für 19000 private und gewerbliche Abnehmer mehr liefert

Das Aus für die Kohleverstromung im Kraftwerk Uniper Staudinger kommt bereits am 22. Mai 2023 und damit auch für die Stadtwerke Hanau (SWH) überraschend eineinhalb Jahre früher als von der Betreiberin angekündigt. Die SWH beziehen von Block 5 Fernwärme für 19 000 private und gewerbliche Abnehmer:innen. Für die Übergangszeit werde eine ausreichende Wärmeversorgung gewährleisten, heißt es. Ohnehin sollte der Vertrag mit Uniper im Oktober 2024 auslaufen, um mit einem neuen Blockheizkraftwerk im Stadtteil Großauheim bei der Fernwärme autonom zu werden.

„Die Stadtwerke unterstützen den frühzeitigen Ausstieg und die hierzu getroffene Vereinbarung mit Uniper und erhoffen sich sogar wirtschaftliche Vorteile“, so SWH-Geschäftsführerin Martina Butz. Der Mehreinsatz der eigenen Mitarbeiter:innen sowie die nötige Brennstoffmenge würden nunmehr planbarer. Künftig könnten die SWH „viel strukturierter und vorausschauender agieren, was natürlich auch ökonomisch von Vorteil ist“, heißt es. „In den vergangenen Jahren gab es sehr volatile und auch niedrige Einsatzzeiten aus dem Block 5“, berichtet Butz. Der Anteil der Fernwärme aus Staudinger habe seit Jahren die 40-Prozent-Marke nicht mehr überschritten. Die Deckungslücke wird seitdem mit SWH-eigenen Heizwerken geschlossen. 2014 mussten die gasbefeuerten Anlagen für ein halbes Jahr sogar auf Block 5 verzichten, weil es wegen einer Explosion mit Dampfaustritt zu dessen Ausfall kam.

Uniper-Chef David Bryson bekräftigt, dass nach Block 5 die Fernwärmeversorgung für Hanau und die Nachbargemeinde Großkrotzenburg „auf andere Weise“ sichergestellt werde. Hierzu gibt es eine Vereinbarung. Laut SWH-Aufsichtsratchef und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) soll die Wärme bedarfsweise aus Hilfskesseln des Kraftwerkskomplexes geliefert werden.

Das vorzeitige Ende von Block 5 dürfe jedoch preislich nicht auf den Kund:innen abgewälzt werden, so die SWH. Wenn eine Erhöhung anstehe, dann resultiere diese aus der „Fernwärmepreisanpassungklausel“, die ein testiertes Berechnungsmodell für Brennstoff und die entsprechenden CO2-Zertifikaten beinhalte, teilen die SWH mit. Die Preisanpassung erfolge einmal im Jahr und stets im Juni. Die Wärme aus Staudinger ist ein Abfallprodukt der Kohleverstromung, die Anlagen der SWH arbeiten hingegen mit Erdgas.

Das gilt auch für das geplante Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der ehemaligen Underwood-Kaserne. Gebaut und finanziert wird die Anlage von den Stadtwerken und der Frankfurter Mainova, die 49,9 Prozent der Anteile an den SWH hält. Für das 50-Millionen-Euro-Projekt ist die Gemeinschaftskraftwerk Hanau GmbH & Co KG gegründet worden. Die SWH gehen davon aus, dass 2022 die Arbeiten beginnen.

Die vorzeitige Stilllegung von Block 5 erfolgt, weil Uniper die Anlage in das Ausschreibungverfahren zum Kohleausstieg der Bundesnetzagentur einbrachte und den Zuschlag erhielt. Der Erdgasblock 4 wird mindestens bis Ende März 2023 zur Netzstabilität benötigt. Nach Plänen von Uniper soll auf dem Staudinger-Areal künftig kein Strom erzeugt, sondern verbraucht werden, in Rechenzentren und mit Wasserstoffproduktion.

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