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Noch kommt die Fernwärme für Hanau und Großkrotzenburg als Abfallprodukt aus dem Kohleblock 5 von Staudinger.
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Noch kommt die Fernwärme für Hanau und Großkrotzenburg als Abfallprodukt aus dem Kohleblock 5 von Staudinger.

Hanau

Stadtwerke werden unabhängig

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Vom Kohlekraftwerk Staudinger will Hanau ab 2024 keine Fernwärme mehr beziehen. Es ist ein neues Blockheizkraftwerk auf dem Kasernenareal geplant.

Hanau will bei der Fernwärmeversorgung bis Ende 2024 autonom werden. Seit gut 50 Jahren beziehen die Stadtwerke Hanau (SWH) die Wärmeleistung vom nahen Kohlekraftwerk Staudinger. Das soll laut Betreiber Uniper in rund fünf Jahren aufgrund des von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstiegs vorzeitig stillgelegt werden. Auch läuft der Liefervertrag der SWH nach deren Aussage mit Uniper bis September 2024.

Die Option, das Staudinger aus einem neuen, klimafreundlichen Blockheizkraftwerk auch danach Fernwärme nach Hanau und in die Nachbarkommune Großkrotzenburg liefert, ist gekippt worden. Diese Lösung hätte den SWH und den Kunden nur Nachteile beschert, sagt Stadtwerke-Chefin Martina Butz. „Wir haben zwei Varianten durchgerechnet; weiterhin von Staudinger Fernwärme zu beziehen, wäre uns teurer gekommen“, sagt Butz auf FR-Anfrage. Die hohen Preise hätten an die Verbraucher weitergegeben werden müssen.

Überdies, so Butz, hätte es wieder einen ungesicherten Vertrag mit Uniper gegeben, der keine kontinuierliche Lieferverbindlichkeit biete – so werde etwa in den kommenden Tagen Block 5 nicht liefern. „Die Stadtwerke müssen zwischen den Jahren wieder ihre Leute aus dem Weihnachtsurlaub holen, um die eigenen Heizwerke hochzufahren.“ Als dritten Punkt nennt Butz, dass Uniper den SWH auch künftig kein Mitspracherecht bei der Fernwärme einräumen wollte.

Platz für eigenes Blockheizkraftwerk schnell gefunden

Somit gilt nun wieder der Plan, den die SWH im Juli vorstellten. Nach einem Platz für ein eigenes Blockheizkraftwerk, das mehr als 19 000 Haushalte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe versorgen soll, müssen die SWH nicht lange suchen. Im Stadtteil Großauheim liegen nahe der Wärmeleitung zwei ehemalige Kasernenareale der US-Armee brach. Wenn das Heizkraftwerk auf dem Underwood-Gelände entsteht, soll es eine energetische Symbiose mit dem dort geplanten Rechenzentrum eingehen, etwa mit Nutzung der Serverabwärme.

Den Bau und den Betrieb soll eine noch zu gründende Gesellschaft übernehmen. Die SWH werden eine Gesellschafterin sein. Weitere Kandidaten wollte Butz noch nicht nennen. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch der Frankfurter Versorger Mainova einsteigt, der an den Hanauer Stadtwerken 49,9 Prozent Anteile hält. Ob die Gemeindewerke Großkrotzenburg dabei sein werden, sei noch offen. Bis April, Mai solle die Gesellschaft stehen, heißt es. Butz geht davon aus, dass das Projekt bis 2022 Baureife erlangt und 2024 in Betrieb gehen kann. Die Kosten werden auf 50 bis 60 Millionen Euro geschätzt. Der Preis werde sich mit der Umsetzung möglicher Optionen entwickeln. So könnte das erdgasbetriebene Heizkraftwerk etwa zusätzlich Kälte für das Rechenzentrum liefern, oder es könnte aus überschüssigem Strom Wasserstoff produziert werden, der dem Erdgas für das Kraftwerk zu Teilen beigemischt wird.

Von Uniper war gestern nicht zu erfahren, wie es mit Staudinger weitergeht. Die bereits stillgelegten Altblöcke 1 bis 3 sollen bald abrissen werden, um Platz für neues Gewerbe zu schaffen.

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