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Das frühere Kasernenareal „Sportsfield Housing“ in Hanau.

Stadtentwicklung

Hanau will nächste Kaserne entwickeln

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Das Land Hessen löst seine Erstaufnahme für Geflüchtete auf dem Sportsfield-Areal auf. Die Stadt will das Gelände kaufen. 

In Hanau könnte bald das nächste Großprojekt im Rahmen der Konversion beginnen: Das Land Hessen schließt seine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete auf dem früheren Kasernenareal „Sportsfield Housing“, und die Stadt plant, es der Eigentümerin – der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) – abzukaufen. „Wie im Fall der Pioneer-Kaserne planen wir als Stadt, unser Erstzugriffsrecht wahrzunehmen“, sagt OB Claus Kaminsky (SPD).

Wegen der Nähe zu den Bahngleisen und Industrieunternehmen wie dem Reifenhersteller Dunlop sei dort dauerhaftes Wohnen nicht möglich, so Kaminsky. Dafür aber ein Gewerbegebiet – möglicherweise ein Einkaufszentrum für das Quartier „Pioneer Park“, das gerade gegenüber entsteht.

Das Land hat kürzlich bekanntgegeben, dass es seine zuletzt als Reserve dienenden, aber nicht mehr genutzten Einrichtungen in Hanau und im nordhessischen Calden mit insgesamt 2600 Plätzen aufgibt. „Die passiven Standorte, die wir für den Fall eines plötzlichen Anstiegs der Zugänge an Asylsuchenden zusätzlich vorhielten, werden gänzlich aufgegeben“, so Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne). Der Grund: „Seit vielen Monaten zeigt sich die Zugangssituation konstant stabil.“ Die vorhandenen Kapazitäten reichten aus. Derzeit stehen für Geflüchtete 6380 Plätze in Erstaufnahmen zur Verfügung, von denen 1800 belegt sind.

Hanau ist der größte hessische Konversionsstandort. Hier sind seit dem Abzug der US-Armee im Jahr 2008 ungefähr 340 Hektar Fläche frei geworden. Der Großteil der Areale wurden bereits oder wird gerade entwickelt. In der früheren Pioneer-Kaserne soll Wohnraum für mehr als 5000 Menschen geschaffen werden.

Das Sportsfield-Gelände, das insgesamt gut 13 Hektar groß ist und früher Soldaten und deren Familien als Wohngebiet diente, war bis vor Kurzem zweigeteilt: Auf der einen Seite befand sich seit Oktober 2015 in neun mehrgeschossigen Wohngebäuden die Erstaufnahme des Landes, die von der Johanniter-Unfall-Hilfe Hanau & Main-Kinzig betrieben wurde und im Sommer 2018 „passiv gestellt“ wurde, weil immer weniger Schutzsuchende kamen. Auf der anderen Seite die kommunale Unterkunft mit zehn Wohnblöcken, in denen nach Angaben der Stadt aktuell 850 Menschen leben. Der Betrieb werde „aufrechterhalten, solange es nötig ist“, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD). Zwischenzeitlich wohnten in der städtischen Unterkunft sowie in jener des Landes insgesamt 1500 Schutzsuchende.

Kaminsky hofft, dass die Stadt bis Ende dieses Jahres auf das frei gewordene Gelände zugreifen kann, und kündigt bereits an, bei der Verwertung wie zum Beispiel bei der Pioneer-Kaserne wieder mit privaten Investoren zu kooperieren. 

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