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Die Feuerwehr hat ihre Wache in der Innenstadt.
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Die Feuerwehr hat ihre Wache in der Innenstadt.

Hanau

Stadt Hanau hat nun Berufsfeuerwehr

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Kreisfreiheit. „Wichtige Anerkennung der Tätigkeit.“

In diesen Tagen wurde es offiziell kundgetan, Hanau hat eine Berufsfeuerwehr – es ist die siebte in Hessen. De facto besteht der Status seit dem 1. Januar, pandemiebedingt kam es erst jetzt zum Festakt. Der neue Titel ist für Hanau keine Imageangelegenheit, sondern eine Notwendigkeit laut dem Brand- und Katastrophenschutzgesetz, denn Hanau will Großstadt und kreisfrei werden.

„Aus der Sicht der Innenstadtbewohner war es immer eine Berufsfeuerwehr“, sagt der scheidende Leiter und Stadtbrandinspektor Peter Hack. An die 30 Jahre waren die Brandbekämpfer:innen, die vor zehn Jahren in die neue Hauptwache an der August-Sunkel-Straße gezogen sind, hauptamtliche Kräfte, Technische Angestellte als Feuerwehrbeamte. Sie waren in Ausbildung, Dienstgraden und Struktur mit einer Berufswehr gleich auf, sagt Hack. „Der jetzige Status Berufsfeuerwehr ist damit eine wichtige Anerkennung der Tätigkeit“, sagt Hack. Offenbar auch mit Außenwirkung. Dass Hanaus Feuerwehr vom Land befördert worden ist, habe das Interesse von Einsatzkräften anderer Wehren geweckt, heißt es. Mehr Geld gibt es laut Hack nicht, aber mittelfristig mehr Personal. Vier zusätzliche Kräfte sind bereits eingestellt. Der weitere Bedarf werde sich aus der Entwicklung der Stadt ergeben. Das Wachsen der Berufsfeuerwehr erfolge stufenweise nach den Vorgaben des Regierungspräsidiums.

Freiwillige Wehren entlasten

Überdies wird die Stadt selbst für den Katastrophenschutz verantwortlich sein, wenn sie erst die Zugehörigkeit zum Main-Kinzig-Kreis beendet ist. Bund und Land würden dann in Hanau ebenfalls Spezialgerät deponieren, um etwa gegen Hochwasser gewappnet zu sein. Mehr Bedeutung nimmt auch das Thema Ausbildung durch die Anerkennung vom Landesfeuerwehrverband ein. Neu ist die Grundausbildung in Hanau, so Hack. Mit Bad Homburg, Fulda und Gießen ist ein Schulungsverbund geplant.

Zwei Jahre dauerte der Prozess zur Berufswehr. Ein uneingeschränktes politisches Votum sei hierzu vorausgegangen. Überzeugt werden konnten ebenso die Freiwilligen Feuerwehren in den sechs Stadtteilen und die der Innenstadt, mit in Summe rund 260 Aktiven. Zum einen wohl, weil Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in den Gesprächen dabei war, zum anderen weil Hack als früherer Leiter der Großauheimer Wehr, die Sensibilität kennt. „Zur Umstellung gab es Bedenken, aber kein Widerstand“, sagt Hack. Für die ehrenamtlichen Kräfte seien keine Nachteile entstanden, weder personell noch von der Ausstattung her. Die Stadtteilwehren seien sogar je mit einem neuen Löschfahrzeug ausgestattet worden.

„Die Botschaft lautet, Hanau hat eine Feuerwehr aus zwei tragenden Säulen“, so Hack. Die Ehrenamtlichen werden weiterhin bei Alarmen hinzugezogen oder alleine ausrücken, sie sollen jedoch unter der Woche während der Arbeitszeit von den Berufsrettern entlastet werden. Damit solle auch die Akzeptanz der Arbeitgeber erhöht werden, ehrenamtliche Kräfte einzustellen.

Die freiwilligen Wehren stellen laut Hack überdies einen Aktivposten bei der Nachwuchsförderung dar. Die Teilnahme in der Kinder- und Jugendfeuerwehr stehe bei den meisten späteren Einsatzkräften in der Vita.

Für Hack ist die neue Ära zugleich altersbedingt das Ende seiner Dienstzeit - nicht ohne seinen Nachfolger, der Hendrik Frese heißt, noch einzuarbeiten. Der 47-Jährige war bislang Leiter der personalstärksten Wache in Hamburg. Der gebürtige Nordhesse, der 1996 bei der Frankfurter Wehr begann, erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter „Hamburger des Jahres“, weil er drei Mädchen in letzter Sekunde das Leben rettete.

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