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Kraft der Sonne: Auch eine Ladestation für Mobiltelefone stand auf dem Freiheitsplatz.

Premiere

Solarfestival in Hanau

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Das erste  Solarfestival in Hanau wirbt für die vermehrte Nutzung von Photovoltaik.

Die Energie des Zentralgestirns war am Samstag auf dem durchgängig gepflasterten und nahezu unbeschatteten Freiheitsplatz besonders zu spüren. Nicht nur das ideale Wetter auch der Ort war daher passend für das erste Solarfestival. Die bis zum Sonnenuntergang dauernde Veranstaltung bot eine Mischung aus Unterhaltung und Information, wie Licht und Wärme von der Sonne sich für den eigenen Energiebedarf nutzen lassen. Natürlich hat die städtische Stabsstelle Nachhaltige Energie bei der Organisation des Festivals darauf geachtet, dass der Ablauf weitgehend CO2-neutral verlief. Die Bühnentechnik wurde von einer mobilen Photovoltaikanlage (PVA) versorgt. „Für die CO2-Belastung durch die Anreise der Künstler ist eine CO2-Abgabe gezahlt worden“, sagt Anja Zeller von der Stabsstelle. In der Stadt stattdessen einen Baum zu pflanzen wäre jedoch die bessere, aber schwierigere Option gewesen, sagt sie.

„In Hessen und in Hanau besteht auf den Dächern noch sehr viel Potenzial für Photovoltaik und Solarthermie“, sagt Zeller zum Anlass. Das gelte nicht allein für gewerblich genutzte Gebäude, sondern gleichfalls für Privathäuser. Trotz Kommunalen Klimaschutzkonzept oder wöchentlicher Energieberatung tut sich für Zeller noch zu wenig. Mit dem Festival sollen die Leute für die Möglich- und Notwendigkeit sensibilisiert werden. Letzteres taten Künstler mit ihren Texten. Die Möglichkeiten zeigten hingegen Anbieter von Solartechnik und -dienstleistung auf.

Darunter die Stadtwerke Hanau (SWH). Sie warben nicht für diverse Ökostromtarifen. Am Stand standen zwei E-Auto und eine Photovoltaikanlage. Die Autos zählen nicht zum Verkaufsportfolio, aber die Wallboxen dazu, die heimische Ladestationen, sagt Vertriebsmann Robin Pilz. Zum Angebot gehört seit zwei Monaten auch das PV-Paket aus Paneele, Wechselrichter und Speicherbatterie, um den Kunden stromautark zu machen. Das sei für einen Stromanbieter kein Widerspruch. „Wir liefern auf Wunsch den benötigten Reststrom“, sagt Pilz zum Geschäftsmodell. Für Interessenten, die die nicht geringe Investition scheuen, entwickeln die SWH derzeit ein Mietmodell, heißt es.

Knapp 1300 Euro kostet eine PV-Anlage pro Kilowattstunde. Je mehr Module installiert werden, desto mehr fällt der Preis, sagt Solarfachberater und Geschäftsführer der Enerix, Stefan Vehlhaber. Der Stromspeicher bei sonnenlosem Verbrauch gibt es ab 6500 Euro. Bei einer Eigenverbrauchsquote von 70 Prozent betrage die Amortisierung rund zehn Jahre. Habe das Dach keine Süd-Ausrichtung, verlängere sich die Zeit um ein Jahr. „Es ist eine Legende, dass nur eine südliche Dachfläche rentabel ist“, so Vehlhaber. Eine Ost-West-Ausrichtung sei wegen der Verbrauchsspitzen morgens und abends sogar besser.

Der Mann neben Vehlhaber stimmt zu. Seit eineinhalb Wochen besitzt er eine PV-Anlage auf seinem Ost-West-Dach. „Man hat plötzlich auch ein ganz anderes Verbrauchsverhalten“, sagt er und holt sein Smartphone hervor. Auf dem Display bekommt er per Fernabfrage die Lade- und Verbrauchschronik für den Samstag angezeigt. „Hier“, deutet er auf eine grüne Spitze im Diagramm, „da habe ich mir heute Morgen einen Espresso gemacht“, sagt er.

klima.hanau.de

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