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Hanau

Skandalfilm über Anschlag kommt

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Regisseur Uwe Boll hält entgegen anderslautenden Meldungen an seinem Projekt fest. Er will einen Film über den rassistischen Anschlag von Hanau veröffentlichen.

Der umstrittene Regisseur Uwe Boll will seinen Film über den rassistischen Anschlag von Hanau, bei dem neun Menschen von einem Rechtsextremisten ermordet wurden, nach wie vor veröffentlichen. Der Film sei gedreht, werde gerade nachbearbeitet und solle im Sommer gezeigt werden, sagte Boll am Montag. Wo, sei noch nicht geklärt, womöglich über einen Streamingdienst oder per Video.

Am Wochenende hatten mehrere Medien berichtet, das Projekt sei aufgrund von Problemen bei der Finanzierung geplatzt. Anlass war eine Äußerung des Filmemachers auf Facebook. Boll schrieb: „Filmförderung und alle Sender und Streamer haben mein Projekt Deutschland im Winter abgelehnt. Das Projekt ist dann erst mal tot. Zu hart, zu kalt, zu brutal etc. – waren die typischen Begründungen. Es hat sich also in Deutschland in den letzten 30 Jahren in Bezug auf die Förderung und Fiction TV Programme nichts verändert. Dummheit und Korruption regieren.“

Nun betonte Boll jedoch, er habe damit die von ihm geplante Trilogie „Deutschland im Winter“ gemeint. Diese sei auf Eis gelegt, nicht aber der Film über Hanau, der ein Teil davon ist. Der Regisseur wies Vorwürfe erneut entschieden zurück und verteidigte seine Pläne – die seiner Ansicht nach der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus dienen und Versäumnisse von Behörden thematisieren.

Die jüngsten Berichte über das vermeintliche Aus lösten vor allem bei Angehörigen der Opfer sowie Überlebenden des Anschlags Erleichterung aus. Sie hatten sich zuvor klar gegen das Projekt ausgesprochen und zusammen mit der Stadt Hanau Boll in einem offenen Brief dazu aufgefordert, die Arbeit daran zu beenden. Zudem erwogen sie juristische Schritte.

In dem Schreiben steht unter anderem: „Unter dem Deckmäntelchen der Aufklärung und Kunst nutzen Sie das unbeschreibliche Leid der Opfer und ihrer Angehörigen, um Ihren Wunsch nach Publicity und die blutrünstige Sensationsgier Ihres Publikums zu befriedigen.“

Die bereits in der Presse veröffentlichten Szenebilder seien für die Angehörigen der Ermordeten unerträglich und verunglimpften die Toten: „Es übersteigt unsere Vorstellungskraft, welche Geisteshaltung notwendig ist, um den gewaltsamen Tod von neun Mitmenschen in einer Art und Weise filmisch umzusetzen, die nach Ihren eigenen Worten zu hart für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ist.“

An der Einstellung der Betroffenen habe sich nichts geändert, sagt Armin Kurtovic, dessen Sohn Hamza am 19. Februar 2020 ermordet wurde. Sie distanzierten sich weiterhin ausdrücklich von dem Film, der die Opfer erniedrige. Uwe Boll behaupte, er wolle zur Aufklärung beitragen, wisse aber kaum etwas über den Ablauf und die Hintergründe der Tat.

Boll hatte schon 2011 als Regisseur des Films mit dem Titel „Auschwitz“ für Empörung gesorgt. Darin ist beispielsweise explizit zu sehen, wie Menschen vergast werden. mit dpa

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