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Restaurator Bernhard Krönung begutachtet sein Werk an der Turmspitze.

Hanau

Restaurierung des Neustädter Rathausturms  weitgehend abgeschlossen

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Die Restaurierung des Neustädter Rathausturms in Hanau ist weitgehend abgeschlossen. Jetzt starten die Umbauarbeiten im Inneren.

Der Schwan, Hanaus Wappentier, ziert frisch vergoldet wieder die Spitze des Rathausturms. Damit ist die im April begonnene Restaurierung des acht Meter hohen Turms – bis auf das Wiederanbringen des Ziffernblatts – weitgehend abgeschlossen, teilt die Stadtverwaltung mit. Die Abnahme der aufwendigen Erneuerung von mehr als 6000 Schieferziegel und der Schallfenster sei ebenfalls bereits erfolgt.

Mit dem vor dem Rathaus aufgestellten Kran, notwendig für die jetzt beginnenden Rohbauarbeiten im Gebäude, wurde der Schwan samt goldener Kugel und Stahlblech-Schaft auf die Turmspitze gehievt. Oben hat Bernhard Krönung das Kunstwerk in Empfang genommen und bei der Montage geholfen.

Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) rechnet mit rund 9,2 Millionen Euro Gesamtkosten für die Sanierung des Rathauses.

Für die ursprünglich angenommene Bausumme von 5,5 Millionen Euro habe die Stadt ein günstiges Darlehen aus einem Investitionsfonds des Landes erhalten. Für die restlichen 3,7 Millionen Euro ist ein weiteres beantragt.

Umbau und Sanierung des Rathauses sollen voraussichtlich Anfang 2021 abgeschlossen sein.  

Der Restaurator historischer Metallobjekte, der in den 90er Jahren auch dem Haupttor von Schloss Philippsruhe zu neuem Glanz verhalf, überholte die Skulptur und brachte in seinem Fuldaer Atelier neues Blattgold auf. Der Fachmann erläutert, dass der Schwan-Korpus beim Wiederaufbau nach 1945 aus Stahlblech statt Kupfer geformt worden sei – einfach aus der Not heraus. Und er attestiert: „Das ist gut gemacht worden.“

Ein gutes Zeugnis für die Arbeit erteilt Diplomingenieur Martin Geck nicht nur Restaurator Krönung. „Filigranes Werk“ sieht der Vertreter des Augsburger Architekturbüros Schrammel, das die Sanierung Rathaushauses plant und überwacht, auch beim Dachdeckerbetrieb Erdnuss aus Zella-Mehlis (Thüringen). Zu dessen Herausforderungen habe neben der Naturschieferdeckung auch gehört, dass unbrauchbare alte Holzgesimse an den Schallfenstern teils ersetzt und beim Streichen der Schieferfarbton hingekriegt werden musste. Auch die Klein-Auheimer Schreinerei Selbitschka habe der Rathausspitze zu neuem Glanz verholfen: Sie erneuerte die Schallfenster des Uhrenturms.

Jetzt werde das Gerüst beseitigt, damit durch eine große Öffnung im Dach per Kran Baumaterialien hinein gehievt werden können.  

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