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Wie einst bei Dürrenmatt: Die Theatergruppe der Hohen Landesschule spielt „Die Panne“.

Hanau

Hanau: „Schönstes Theater“ restlos ausverkauft

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Das Comoedienhaus in Hanau-Wilhelmsbad feiert die 50. Spielzeit nach der Wiedereröffnung. Besucher und Schauspieler schätzen die Spielstätte.

Nicole Rautenberg ist begeistert von der Resonanz. Die Leiterin der städtischen Betriebsführungsgesellschaft freut sich darüber, dass das Comoedienhaus am Wochenende „dreimal restlos ausverkauft“ war. Und über wertschätzende Worte: Das kleine, aber feine Theater in Wilhelmsbad sei „das schönste“ überhaupt, vor allem wegen seiner „einzigartigen Nähe zum Publikum“, sagt etwa Stefan Bahn, dessen Förderverein für das Karussell im Kurpark auch für die notwendige Sanierung des Comoedienhauses Geld sammelt. Schauspieler Walter Renneisen formulierte es, wie viele andere, ähnlich, und fügte hinzu, er liebe das Haus.

Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel ließ das Comoedienhaus 1781 bauen, um die noblen Gäste zu unterhalten. Nachdem 1815 die Quelle versiegt und 1857 der Kurbetrieb eingestellt worden war, verfiel auch das Theater.

150 Jahre nach dem Bau der Kuranlagen gab es zum Jubiläum ein kurzes Wiederaufleben mit Aufführungen in den Jahren 1929/30. Nach einer Sanierung und der Wiedereröffnung 1969 wird jetzt die 50. Spielzeit gefeiert. Weitere Informationen gibt es auf www.comoedienhaus.de. gha

Das Barocktheater begeht in diesem Jahr ein Jubiläum: Am 3. Oktober 1969 begann der Neustart der Kulturstätte, die zuvor lange dem Verfall preisgegeben war. Seitdem ist sie ohne Unterbrechung in Betrieb. In den vergangenen Tagen wurde gefeiert, mit einer Ausstellung über die Geschichte des Hauses, einem Konzert der HR-Bigband, dem Livehörspiel „Sherlock und der Hund von Dartmoor“ und Aufführungen der Stücke „Der Kontrabass“ von Patrick Süßkind sowie „Die Panne“ von Friedrich Dürrenmatt – letzteres mit einem Schauspieler, der bereits bei der Uraufführung 1979 in Wilhelmsbad mit Dürrenmatt dabei war.

Die Schau hat sich auch eine Bruchköbelerin angeschaut, die sich dem Theater ebenfalls stark verbunden fühlt: „Ich komme seit 1969 hierher. Das Programm ist vielseitig und das Haus wunderschön.“ Zu verdanken war die Wiedereröffnung dem HR, dem Land Hessen und der Stadt Hanau, die das Haus erneuerten und belebten.

Danach verschafften besonders die inzwischen eingestellten Wilhelmsbader Produktionen des HR dem Comoedienhaus einen guten Ruf. Herausragende Künstler wie Charles Aznavour und Juliette Gréco traten hier auf ebenso wie die Volksschauspieler Günther Strack und Liesel Christ. Die große Feier ist jetzt vorbei, doch die Spielzeit, die eine besondere werden soll, geht weiter. Dabei wollen die Macher die Besucher wieder „mit Vielfalt überzeugen“, so Rautenberg. Bei einem Kammerkonzert zum Beispiel widmet sich die Neue Philharmonie Frankfurt „Heimlichen Liebschaften“ vom Komponistenpaaren. Die Komödie Braunschweig spielt „Die Feuerzangenbowle“ und „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ wird als atmosphärische Trickfilmlesung aufgeführt.

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