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Schloss Philippsruhe: Kulturdenkmal soll glänzen

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Von: Gregor Haschnik

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Das Barockschloss in Kesselstadt wurde nach französischen Vorbildern erbaut.
Das Barockschloss in Kesselstadt wurde nach französischen Vorbildern erbaut. © Sascha Rheker/attenzione

Nach langer Vernachlässigung wird Schloss Philippsruhe in Hanau aufwendig modernisiert.

Sich als Rotkäppchen oder Wolf verkleiden, einen Turm hochklettern und die Prinzessin retten. Rhythmen von Zebra und Löwe trommeln, die in afrikanischen Märchen eine wichtige Rolle spielen, und Märchenvariationen aus anderen Ländern kennenlernen.

Das können kleine und große Kinder, jedenfalls wenn es die aktuellen Corona-Regeln zulassen, in „Grimms-Märchen-Reich“, dem etwa 340 Quadratmeter großen Mitmachmuseum im Obergeschoss des Seitenflügels von Schloss Philippsruhe. Bei der Eröffnung im April 2019 bezifferte die Stadt Hanau die Baukosten auf 1,6 Millionen Euro, jene für Ausstattung und pädagogische Angebote auf gut 400 000 Euro. Ein Teil davon wurde mit Fördermitteln finanziert, etwa 180 000 Euro vom Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main.

„Grimms-Märchen-Reich“ ist nur ein Beispiel für den Wandel des Schlosses und seiner Museumsangebote. Nach Jahren der Vernachlässigung, in denen die Stadt größere finanzielle Probleme hatte und sich Bund wie Land wenig für das Kulturdenkmal interessierten, wird umfangreich saniert und umgestaltet, wobei es aus mehreren Gründen – personellen, pandemiebedingten und weil teils größere Schäden als erwartet festgestellt wurden – oft zu Verzögerungen kam.

Zu den mit Millioneninvestitionen von Bund und Stadt finanzierten Projekten gehören ein neues Besucherleitsystem, die Restaurierung der Philippsruher Löwen, die Verbesserung der Infrastruktur etwa durch WLAN und die Innen- und Außensanierung des Schlosses, bei der auch Fassade und Fenster erneuert werden. Zuvor waren bereits unter anderem das Dach und die Gastronomie saniert worden.

Besondere Aufmerksamkeit soll das Papiertheatermuseum bekommen, ein „Immaterielles Kulturerbe der Unesco“. Es zeigt zum Beispiel Papiertheaterbühnen, Figurenbögen und historische Texthefte. Die Modernisierung des Museums, das sich seit rund 30 Jahren im Schloss befindet, wird im kommenden Jahr abgeschlossen sein.

Darüber hinaus wird an einer weiteren Dauerausstellung neben „Moderne Zeiten“ gearbeitet. Sie wird sich der Gründung der Hanauer Neustadt durch wallonische und niederländische Glaubensflüchtlinge widmen und soll Ende 2022 fertig sein.

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