Hanau

Hanau: Schlechte Stimmung bei den Autozulieferern

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
    schließen

Der  Klimaindex der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern ist nur gering verbessert zur Herbstprognose. Handel und Dienstleister sind zufrieden.

Die Industrie in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis geht mit pessimistischer Einschätzung auch in das neue Jahr. Allerdings seien die Aussichten im Vergleich zum Herbst 2019 „erheblich nach oben korrigiert - allerdings nur von rabenschwarz zu düster“, heißt es im Klimaindex der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.

Vor einem Jahr hatten noch 55 Prozent der Firmenchefs Optimismus gezeigt. Nach der Ernüchterung im Herbst mit nur 32 Prozent äußerten nun wieder knapp 39 Prozent der Firmenchefs Hoffnung. Für den Konjunkturklimaindex werden 205 Unternehmen aus den wichtigsten Branchen befragt.

Vor allem Zulieferer für die Autoindustrie und den Maschinenbau sehen weiterhin nur einen grauen Konjunkturhimmel. Im vergangenen Jahr machten etwa Reifenhersteller Dunlop (Hanau), Verbindungsspezialist Norma Group (Maintal) und Schlauchsystemehersteller Veritas (Gelnhausen) bereits mit Ankündigungen von größeren Entlassungen von sich reden. IHK-Hauptgeschäftsführer Gunther Quidde sieht die Probleme der Branche in der „außenwirtschaftlichen Eintrübung“. Die regionale Exportquote liege bei 65 Prozent, was die Firmen anfällig für Konjunkturschwankungen im Ausland und für Handelskonflikte mache.

Auswirkung auf Beschäftigungszahlen

Die Aussichten werden sich auch in den Beschäftigungszahlen niederschlagen. Laut IHK-Index versprechen sich nur knapp 21 Prozent der Chefs steigende Beschäftigungszahlen. Fast genauso viele Befragte vertreten die Auffassung, künftig mit weniger Personal auszukommen. Der deprimierende Stellenmarkt in der Autozuliefererindustrie im Kreisgebiet ist offenbar auch den künftigen „strukturellen Herausforderungen“ geschuldet wie Digitalisierung, alternative Mobilität und dem Klimaschutz.

IHK-Chef Quidde kritisiert „die Rolle des Staates in dieser Phase der Unsicherheit“. In anderen wichtigen Industrieländern sei die Steuerbelastung für die Unternehmen gesenkt worden. In Deutschland geschehe dies nicht, trotz Allzeithoch bei den Einnahmen des Staates. Stattdessen stiegen für die hiesige Industrie noch die Energiekosten.

Lediglich Handel und Dienstleistung gehe es zufriedenstellend. Erklärt wird dies mit der hohen Beschäftigungszahl und der niedrigen Arbeitslosenquote, die den Konsum ankurbelten. Das Gast- und Verkehrsgewerbe kann jedoch von dieser Situation nicht so recht profitieren. „Der robuste und aufnahmefähige Arbeitsmarkt kann aus der Region so gut wie keine qualifizierten Kräfte mehr bereitstellen“, so IHK. Im Verkehrssektor klagten 90 Prozent der Betriebe in der Umfrage über Personalnot. Der Fachkräftemangel sei seit drei Jahren mit Abstand das größte Konjunkturrisiko, heißt es.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare