Die Häuser in der Badergasse haben unter anderem eine neue Fassade und neue Balkone bekommen.
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Die Häuser in der Badergasse haben unter anderem eine neue Fassade und neue Balkone bekommen.

Hanau Immobilien

Die Sanierung geht weiter

  • Wiebke Rannenberg
    vonWiebke Rannenberg
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Die Wohnungen in der Badergasse in Hanau sind fertig. Die ersten Mieter ziehen am 1. November ein. Die städtische Baugesellschaft ist dabei, weitere Wohnungen in der Altstadt zu sanieren.

Neue Bäder, Böden, Fenster, Türen, frische Farbe und Balkone. Das sieht man den Häusern Badergasse 1 bis 7 auf den ersten Blick an. Doch auch darüber hinaus ist in den vier Häusern in der Altstadt mit jeweils sieben bis acht Wohnungen viel passiert: Leitungen und Kanäle wurden erneuert, im Keller steht ein Blockheizkraftwerk, die Fassade ist gedämmt, sodass die Baugesellschaft Hanau (BGH) ihre Gebäude nun Effizienzhäuser nennen darf. Zuvor hatten die Häuser aus dem Jahr 1951 zum Teil noch Bäder mit Kohlebadeöfen.

Rund 2,8 Millionen Euro hat die städtische Gesellschaft in die Sanierung der 30 Wohnungen gesteckt. Die ersten Mieter ziehen am 1. November ein. Für die Baugesellschaft ist der Abschluss der Sanierung ein Zwischenstopp auf dem Weg, alle ihre Gebäude in der Altstadt zu sanieren. Die BGH wolle damit fertig sein, wenn im September 2015 das Einkaufszentrum auf dem Freiheitsplatz eröffne, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD).

Derzeit liefen noch die Arbeiten in der Metzgerstraße 2, sagte Geschäftsführer Jens Gottwald. Es fehlten noch die Luise-Schröder-Straße 1-5, die Große Dechaneistraße 25-29 und die Läden am Altstädter Markt.

Die Häuser in der Badergasse bilden mit den vor einigen Monaten sanierten Wohnblocks in der Nordstraße einen begrünten Innenhof. Passanten können ihn aber nicht mehr durchqueren. Die BGH hat in die für den Baustil typischen Bögen Gittertüren montiert. Alle Veränderungen sind aber nach Angaben der kommunalen Baugesellschaft mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, also mit der Stadt, abgestimmt.

Alte Kacheln wieder angebracht

An den Fassaden wurde das Gittermuster am Treppenhaus erhalten. Typisch für die Badergasse und umliegende Straßen sind Kacheln mit Tieren, auf denen die Hausnummern stehen. Am Donnerstag wusste niemand, wie und wann genau sie an die Häuser gekommen sind. Die BGH hatte die Kacheln aber aufgehoben und nun wieder angebracht.

Die Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen sind 40 bis 57 Quadratmeter groß, der Quadratmeter kostet acht Euro. Zuvor seien es um die fünf Euro gewesen, sagt Gottwald. Doch zu der besseren Ausstattung komme nun auch die gute Dämmung samt niedriger Heizkosten, sagte Kaminsky.

Fünf Wohnungen sind vermietet, für die anderen gibt es einige Interessenten. Dennoch könnten sich weitere Menschen bei der BGH melden, sagte Gottwald. Besondere Kriterien bei der Mieter-Auswahl gebe es nicht. Es gälten „übliche Kriterien“ wie Solvenz, die Frage nach dem früheren Vermieter und ein Gespräch.

Um so viele Wohnungen zusammen sanieren zu können, hatte die BGH schon seit vielen Jahren die Wohnungen nicht mehr vermietet, wenn sie frei wurden. Dafür habe der Aufsichtsrat auch höheren Leerstand und den Ausfall bei den Einnahmen in Kauf genommen, sagt Kaminsky.

Anders als im West- und Ostkarree, wo die Baugesellschaft zusammen rund 240 ähnlich alte Wohnungen abgerissen hat beziehungsweise abreißen wird, hatte sie sich in der Badergasse für den Erhalt entschieden. Als Gründe nannte Gottwald unter anderem die bessere Raumhöhe, die Dämmungen ermögliche, und den Zuschnitt der Gebäude. Eine solche Sanierung sei in einem überschaubaren Block eher möglich als in der großen Anlage im Westkarree mit höheren Gebäuden und Treppenhäusern, sagte die bauleitende Ingenieurin Marion Magel von der Baugesellschaft.

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