Das Musical „Weltenwandler“ machte 2019 Jacob und Wilhelm Grimm höchstselbst zu Musical-Figuren.
+
Das Musical „Weltenwandler“ machte 2019 Jacob und Wilhelm Grimm höchstselbst zu Musical-Figuren.

Hanau

„Rattenfänger“ kommt erst 2021 auf die Bühne

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
    schließen

Die in diesem Jahr abgesagten Festspiele verschieben ihr Programm. Derweil wird ein Sparkurs angekündigt.

Nachdem die Brüder-Grimm-Festspiele wegen der Corona-Pandemie kürzlich abgesagt wurden, sollen die für dieses Jahr geplanten Stücke 2021 aufgeführt werden: „Das tapfere Schneiderlein“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Der Rattenfänger von Hameln“, „Der zerbrochenen Krug“ und „Das kunstseidene Mädchen“.

Das haben Intendant Frank-Lorenz Engel und OB Claus Kaminsky (SPD) als für die Spiele zuständiger Kulturdezernent angekündigt. Für eine Verschiebung spreche unter anderem, „dass wir für die kommende Saison nicht bei Null anfangen müssen“, sagt Engel. Zwar müsse die Konzeption angepasst werden, jedoch könnten beispielsweise die bereits vorbereiteten Textbücher und Kompositionen genutzt werden.

Die Entscheidung hat auch wirtschaftliche Gründe: Wegen der diesjährigen Absage kalkuliert Kaminsky mit einem Defizit im hohen sechsstelligen Bereich. Die Stadt dürfte coronabedingt in eine sehr problematische Finanzsituation kommen, deshalb sei „sparsames Wirtschaften oberstes Gebot“. Offenbar gibt es Überlegungen, die Grimm-Festspiele zumindest eine Zeit lang lediglich im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden zu lassen. Ziel müsse allerdings sein, die Aufführungen „weiterhin in jedem Jahr“ anzubieten, heißt es.

Die 1985 erstmals veranstalteten Spiele sind für Hanau sowohl kulturell als auch bei der Vermarktung als Brüder-Grimm-Stadt wichtig. Der Etat betrug zuletzt gut 1,5 Millionen Euro. Der städtische Anteil lag bei 375 000 Euro. Der Rest wurde unter anderem mit Eintritts-, Sponsoren- und Fördergeld finanziert.

Für das Festival im kommenden Jahr habe eine Reihe von Schauspielern bereits zugesagt, mitwirken zu wollen. Auch weil die Termine der Fußball-EM zu berücksichtigen seien und die Ferien anders als jetzt liegen, stehe der Spielplan für 2021 noch nicht. Der Festspielauftakt ist aber für den 14. Mai geplant.

Unterdessen zeigten sich viele Besucher der Freilichtveranstaltung solidarisch, indem sie entweder das Geld für ihre schon gekauften Karten nicht zurückhaben wollten oder direkt spendeten. „Das machen viele Fans – und das freut uns natürlich besonders“, so Engel. Ansonsten würden die Eintrittskosten erstattet, bei den Vorverkaufs- und Systemgebühren hingegen sei dies nicht möglich. Zudem besteht die Möglichkeit, bei Frankfurt Ticket „virtuelle Karten“ zu Gunsten der Spiele zu erwerben. Wie viel auf diesen Wegen bislang eingenommen wurde, war am Dienstag nicht zu erfahren.

Die Macher riefen erneut zu Unterstützung auf. Mit „Hilfe aller“ würden die Spiele als „kulturellen Leuchtturm“ am Leben erhalten. 

Weitere Infos:   www.festspiele.hanau.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare