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Hanau: Vater des Attentäters wegen rassistischer Beleidigung vor Gericht

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Von: Silvia Bielert

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Weil er Teilnehmende einer Mahnwache, darunter Überlebende des Anschlags und Angehörige der Ermordeten, rassistisch beleidigt haben soll, muss sich ein 73-Jähriger jetzt verantworten.

Hanau – Sieben Monate, nachdem die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Vater des Hanau-Attentäters wegen rassistischer Beleidigung erhoben hat, wird der Fall nun vor dem Amtsgericht Hanau verhandelt. Das teilte der Sprecher des Gerichts der Frankfurter Rundschau gestern auf Anfrage mit. Demnach muss sich der 73-Jährige am 6. Oktober um 9 Uhr in Saal C 165 verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Ende 2020 Teilnehmende einer Mahnwache, darunter Überlebende des Terroranschlags und Angehörige der Ermordeten, in einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft als „wilde Fremde“ bezeichnet zu haben.

Junge Menschen stellen während einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Attentats Gedenkkerzen ab.
Junge Menschen stellen während einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Attentats Gedenkkerzen ab. © Uwe Zucchi/dpa

Der Angeklagte weist die Vorwürfe gegen sich und gegen seinen Sohn, der am 19. Februar 2020 aus rassistischen Motiven neun Hanauer:innen ermordete und dann sich selbst tötete, zurück. Er hat seinerseits in Zusammenhang mit dem Anschlag und dem Gedenken daran eine Vielzahl von Anzeigen, unter anderem wegen Beleidigung und Volksverhetzung, erstattet. Ein Großteil dieser Verfahren ist nach FR-Informationen bereits eingestellt worden.

Der Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags zum Anschlag von Hanau wird, wie gestern bekannt wurde, Anfang Dezember zum ersten Mal öffentlich tagen. Darauf einigten sich die 15 Mitglieder. Bis Ende 2022 sind 24 mögliche Sitzungstermine vereinbart worden.

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