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Die evangelische Friedenskirche in Kesselstadt.
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Die evangelische Friedenskirche in Kesselstadt.

Hanau Evangelische Kirche

Protestanten fusionieren

  • Wiebke Rannenberg
    VonWiebke Rannenberg
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75.000 Gläubige zwischen Großkrotzenburg und Nidderau werden bald in einem Kirchenkreis vereint sein. Die evangelischen Kirchenkreise Hanau Stadt und Hanau Land fusionieren.

75.000 Gläubige zwischen Großkrotzenburg und Nidderau werden bald in einem Kirchenkreis vereint sein. Die evangelischen Kirchenkreise Hanau Stadt und Hanau Land fusionieren.

Die Verantwortlichen waren selbst überrascht, dass der Beschluss fast einstimmig war“, sagt Pfarrer Jens Heller. Denn so gut wie alle Vertreter der Kirchengemeinden haben kürzlich der Fusion der evangelischen Kirchenkreise Hanau Stadt und Hanau Land zugestimmt. In den Parlamenten der beiden Kirchenkreise, den Synoden, gab es nur eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen – bei jeweils rund hundert Synodalen. Damit steht fest: In zweieinhalb Monaten, vom 1. Januar 2014 an, wird es nur noch einen evangelischen Kirchenkreis mit rund 75 000 Mitgliedern geben: den Kirchenkreis Hanau.

Wesentliche Auswirkungen hat die Fusion zunächst auf einige Strukturen. Stellen würden aber nicht eingespart, sagt Heller, Medienbeauftragter und Pfarrer in Maintal-Bischofsheim. Künftig wird es zwar nur noch ein Dekanat geben. Die zwei Standorte mit Claudia Brinkmann-Weiß in Hanau und Martin Lückhoff in Langenselbold an der Spitze sollen aber erhalten bleiben. Sie werden das neue Dekanat gemeinsam führen und sich die Aufgaben aufteilen, so wie die Dienstaufsicht über die 40 Pfarrer in Gemeinden einerseits und 30 Pfarrerinnen und Pfarrer an anderen Stellen wie Schulen und Kliniken.

Eine andere Struktur kann bleiben: Die Verwaltungsstelle, das Kirchenkreisamt in Hanau, ist seit Jahrzehnten für beide Kirchenkreise zuständig. Das sei zum Beispiel in den Kirchenkreisen Gelnhausen und Schlüchtern, die ebenfalls über ein Fusion diskutieren, anders, sagt Heller: Sie müssten sich einigen, wo künftig das Kirchenkreisamt stehen soll.

Auch an anderen Stellen arbeiten Stadt und Kreis schon lange zusammen, so dass „das Feld für die Fusion schon langfristig bestellt“ und die Gefahr für Streit gering war, sagt Heller: Dazu gehörten das Diakonische Werk, die Seelsorge in Altenheimen und ein gemeinsamer Kreisjugendpfarrer. Ein Zweckverband für die Jugendarbeit jedoch sei wieder aufgelöst worden. Für die Jugendarbeit in Hanau-Kesselstadt seien andere Konzepte nötig als in Nidderau-Windecken, sagt Heller. Ein Ausschuss der neuen Synode werde sich mit Konzeptionen für die Jugendarbeit beschäftigen.

Schrumpfen wird die Zahl der Synodalen. Bisher bestimmen jeweils gut 100 Frauen und Männer die Geschicke ihrer Kirchenkreise in zwei Synoden, künftig werden es nur noch 124 in einer sein.

Ein Jahr lang hatten die Gemeindevertreter das Zusammengehen auf Synoden und Studientagen vorbereitet. Dabei spielten neben inhaltlichen Fragen auch die Finanzen und die Satzung eine Rolle. Doch auch da seien sich die Kirchenkreise „auf Augenhöhe“ begegnet, sagt Heller. Schließlich sei es nicht so, dass einer der Kreise pleite sei. An Mitgliedern bringt Hanau Land mit rund 41 000 etwa ein Sechstel mehr Gläubige als die Stadt mit.

Die Fusion zu diesem Zeitpunkt habe einen weiteren Vorteil, sagt Jens Heller: Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat festgelegt, dass ab 2017 jeder Kirchenkreis mindestens 25 Gemeindepfarrstellen haben muss. Mit der Fusion jetzt können die Kreise die Satzung selbst gestalten. Sonst „wären die Bedingungen 2017 von der Landeskirche bestimmt worden“, sagt Heller.

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