Hanau

Protest gegen Kalbitz-Auftritt in Hanau

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Der Vertreter des rechtsextremen AfD-Flügels hält am Freitag eine Rede in Hanau. Der DGB ruft zu Widerstand auf.

Die Hanauer AfD und ihre Vertreter behaupten gerne, nicht rechtsextrem, sondern „gemäßigt“ zu sein. Jetzt lässt der Ortsverband bei seinem sogenannten Themenabend Andreas Kalbitz auftreten. Der Fraktionschef im Brandenburger Landtag gehört zur völkischen und nationalistischen Gruppierung „Der Flügel“ um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke. Zudem pflegte Kalbitz unter anderem Kontakte zu neonazistischen Vereinigungen, nahm an deren Treffen teil.

Die Veranstaltung zum Thema „Nach den Wahlen im Osten“ beginnt an diesem Freitag, 15. November, um 18.31 Uhr im Bürgerhaus Reinhardskirche (Jakob-Rullmann-Straße 6). Der DGB Südosthessen und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) rufen zu einer Protestkundgebung auf. „Die AfD im Main-Kinzig-Kreis zeigt hier mal wieder ihr wahres Gesicht, indem sie einen führenden Vertreter der faschistischen Plattform innerhalb der AfD nach Hanau einlädt“, sagt DGB-Sekretär Tobias Huth. Er verweist darauf, dass AfD-Bundesvorstand Kalbitz im Freibund – Bund Heimattreuer Jugend aktiv war, der der Neuen Rechten zugeordnet wird. Und auf folgendes Kalbitz-Zitat: „Die AfD ist die letzte evolutionäre Chance für dieses Land. Danach kommt nur noch ‚Helm auf‘.“ Das hat Kalbitz offenbar während des Kyffhäusertreffens 2018 gesagt. 

„Es zeigt das Demokratieverständnis der AfD und des Ortsverbands, wenn man jemanden zu einem Gesprächsabend einlädt, der so etwas behauptet“, sagt Huth. Gegen „diese Verrohung“ werde der DGB Widerstand organisieren. Der „Ideologie der Abwertung“ der AfD, die in letzter Konsequenz zu Krieg führe, „stellen wir unsere Solidarität mit allen Menschen entgegen, die in Deutschland leben, egal welcher Ethnie sie angehören“. Die AfD, die dem Vernehmen nach bei der Kommunalwahl 2021 erstmals in Hanau antreten will, sieht in Kalbitz‘ Auftritt kein Problem. Sie versuche, die Breite der Partei zu spiegeln, habe einen „erfolgreichen Landespolitiker“ zu Gast und begegne auch diesem Flügel der Partei mit „äußerstem Respekt“. Niemand solle vom Diskurs ausgeschlossen werden.

Die Kundgebung des Gewerkschaftsbunds und der VVN-BdA fängt um 17.30 Uhr an. Der DGB fordert „alle Demokratinnen und Demokraten, Verbände und Institutionen“ auf, sich „gegen den völkischen Wahn der AfD“ zu positionieren. 

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