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Rund 80 Bürger, darunter eine ganze Reihe von Kindern, beteiligten sich an der Demo.

Mittelbuchen

Protest gegen Baustellenverkehr in Hanau

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Anwohner in Mittelbuchen beklagen rasende Laster und eine Gefährdung für den Schulweg.

Lkw sind doof, Lkw sind doof, Lkw sind doof!“, skandieren die Grundschulkinder und halten selbst gebastelte Schilder mit Aufschriften wie „Als Hamster würden wir besser geschützt“ hoch. Auf den Transparenten ihrer Eltern und anderer Demonstranten steht etwa „Freier Weg für Schulkinder“, „Feldweg bleibt Feldweg“ und „Behördenwillkür!“

Rund 80 Mittelbuchener haben sich am Montagmorgen zu einer Protestaktion gegen den Baustellenverkehr zum Neubaugebiet „Landgut“ versammelt und sind dann in Richtung Büchertalschule gezogen, welche die Kinder besuchen. Die Bien Ries AG errichtet in Mittelbuchen-Nordwest gut 120 Wohneinheiten, darunter Einfamilien- und Reihenhäuser sowie mehrgeschossige Bauten.

Dagegen regt sich jetzt nicht zum ersten Mal Widerstand. So klagt bereits unter anderem der BUND, weil er bei dem Vorhaben massive Missstände beim Feldhamsterschutz sieht. Im Fokus der jüngsten Proteste steht die Baustraße. Wesentliche Kritikpunkte: Laut IG Bauvorhaben Mittelbuchen Nord-West, die eine Verlegung der Straße fordert, ist der frühere Feldweg nicht für solche Lasten ausgelegt, fahren viele Lastwagen zu schnell und gefährden Schulkinder. Eine Rolle spielt dabei die installierte Fußgängerampel.

Stadt Hanau und Bien Ries weisen Kritik zurück

Nadine Arlitt, deren Sohn nach den Sommerferien eingeschult wird, wohnt in der Nähe und beobachtete, „wie Fahrzeuge vorbeirasen“, auch als die Ampel ausgefallen war. „Das hat mich erschüttert, ich mache mir sehr große Sorgen. Kinder sind nicht immer konzentriert.“ Sie kritisiert die Stadt, welche die Verantwortung von sich weise und nicht auf Beschwerden reagiere. Dazu macht sie auf Folgendes aufmerksam: Wenn die Kinder an der vorgeschriebenen Haltestelle stehen, könnten sie wegen der Entfernung und einer Hecke nicht sehen, ob etwas kommt. Zudem sei die Grünphase zu kurz. Ein Anwohner will den Baustellenverkehr stoppen und hat beim Verwaltungsgericht Frankfurt einen Eilantrag eingereicht.

Stadt und Bien Ries weisen die Kritik zurück. Sie hätten nach ein paar Schwierigkeiten zu Beginn die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, die Ampel aufgestellt, Kontrollen erhöht und Anwohner schriftlich informiert. Andere Baustraßen seien etwa wegen des Artenschutzes nicht möglich, die benutzte werde weiter ertüchtigt. Investor Wolfgang Ries sagt, er tue alles, um die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten, zum Beispiel mit den auf von 7 bis 18 Uhr begrenzten Nutzungszeiten. Ein von seiner Firma engagierter Sicherheitsdienst sorge dafür, dass die Bestimmungen eingehalten würden. Derzeit prüfe Bien Ries zusätzlich, wie ein Geschwindigkeitsmesser installiert werden könnte.

Die Stadt versichert darüber hinaus, sie werde sich die aktuelle Situation an der Ampel, die jetzt zuverlässiger mit Energie versorgt werde, noch einmal untersuchen und entsprechend reagieren.

Die Protestierenden beklagen, es gebe weiter Missstände, etwa bei der Geschwindigkeit der Lkw. An der Schule kündigt einer der Initiatoren an: „Wir wiederholen die Demo bei Bedarf. So lange, bis der Schulweg sicher ist.“

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