Hanau

Opfer in Hanau niemals vergessen

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Einen Monat nach dem Anschlag in Hanau zieht der Ausländerbeirat Bilanz. Es seien aber noch viele Fragen offen.

Einen Monat nach dem rassistisch motivierten Mordanschlag auf zehn Menschen in Hanau zieht der Ausländerbeirat Bilanz. Es seien aber noch viele Fragen offen, so Selma Yilmaz-Ilkhan, Vorsitzende des Gremiums, in einer Erklärung.

Sie plädiert für eine transparente Ermittlung sowie eine detailliertere Darstellung des Tathergangs und der Hintergründe, insbesondere für die Familien der Opfer. „Das sind wir den Angehörigen und vor allem aber auch den Verstorbenen Mercedes Kirpacz, Gökhan Gültekin, Ferhat Unvar, Fatih Saracoglu, Hamza Kenan Kurtovic, Vili Vorel Paun, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi und Kaloyan Velkov schuldig.“

Sofort nach dem Anschlag sei eine enorme Kette der Hilfe, Unterstützung, des Mitgefühls und der Solidarität in Gang gekommen, für die sie sich im Namen der Familien, der Opfer und des Ausländerbeirats bedankt. In enger Abstimmung mit der Stadt Hanau und mit vielen Ehrenamtlichen habe man den Angehörigen der Opfer und den Verletzten von Anfang an rund um die Uhr zur Seite gestanden.

„Wir teilten die tiefe Trauer und den unerträglichen Schmerz“, so Selma Yilmaz-Ilkhan. Es sei gelungen, eine gute Struktur und Aufgabenverteilung zu organisieren, um die Angehörigen unmittelbar abzuholen. Schnell seien die Helfenden „die Helden der Herzen“ genannt worden.

Noch intensiveren Betreuung nötig

Das habe aber nur mit all den Vereinen und Einzelpersonen, vielen Ehrenamtlichen gelingen können.

Angefangen bei Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), den städtischen Einrichtungen und Eigenbetrieben, dem muslimischen Arbeitskreis, dem islamischen Verein und seiner Jugendabteilung, der rumänisch-orthodoxen Kirche, dem demokratisch-kurdischen Gesellschaftszentrum, dem Kultur- und Sportverein von Bosnien Herzegowina, des AYDD, der bosnisch-islamischen Gemeinschaft sowie allen anderen Helfern.

Nun bedürfe es jedoch einer noch intensiveren Betreuung der Angehörigen wegen der Folgen der Tat. „Auch hier möchten und werden wir unterstützen, wo immer wir nur können. Wir, die Mitglieder des Hanauer Ausländerbeirates, werden auch Maßnahmen ergreifen und politische Forderungen formulieren, damit eine solche Tat nie wieder passiert und ihre Opfer niemals in Vergessenheit geraten.“ Dazu seien bereits konkrete Ideen vorhanden.

Hierunter falle aber auch die lückenlose und glaubhafte Aufklärung der Angehörigen und der Gesellschaft zur Tat. 

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