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Nordsee-Feeling am Main

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Von: Detlef Sundermann

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Als die Sonne herauskam, konnten die Gäste am Strand relaxen.
Als die Sonne herauskam, konnten die Gäste am Strand relaxen. © ROLF OESER

Der Leo-Club und der Fußballclub FC Safakspor unterstützen mit Getränkeständen die Beachparty beim Bürgerfest. Das Fest wird alljährlich vom Hanauer Kulturamt organisiert.

Die Palmen und Liegestühle aus Bambusrohr konnten beim Bürgerfest Karibikgefühle aufkommen lassen. Könnten, wäre der aufgeschüttete Sandstrand nicht vom Regen durchnässt und der Himmel mit tiefen Grau eingefärbt gewesen. Bei der Beachparty, die von zwei Vereinen gestemmt wird, herrschte Nordseestimmung – etwa am Samstagnachmittag. „Wir sind eben sehr vom Wetter abhängig“, so Miriam Schifferdecker vom Vorstand des Leo-Clubs Main-Kinzig. Sorgenvoll blickt sie dabei auf die 200 Quadratmeter große, weitgehend menschenleere Sandfläche auf der Mainwiese. An der Cocktailbar der Nachwuchsorganisation des Lions Clubs herrscht nur hinter der Theke Hektik. Dort sind Helfer dabei, Gläserreihen für die Drinks mit Früchten und anderem zu bestücken, damit – wenn der große Andrang kommt – Cuba Libre oder Caipirinha zügig verkauft werden können.

Cocktails mischen für „Hippy“

Argal Kenan, Vorsitzender des türkischen Fußballvereins FC Safakspor, kann sich noch in einem Getränkestand zurücklegen. „Bis 17 Uhr wird sich hier nicht viel tun“, erzählt er und schaut über den Sand. Es sei das vierte Jahr, in dem der FC Safakspor – ein Hanauer Fußballclubs, den Auswanderer 1986 gründeten – mit den Leos Gäste auf dem Kunststrand mit alkoholischen und Softdrinks versorgt. „Wir stimmen uns jedes Mal ab, wer welche Getränke verkauft“, sagt Kenan. Darüber hinaus gebe es jedoch nur wenige Kontakte, bemerkt er. Ähnlich verhalte es sich zu dem Dritten im Bunde am Strand, einem privaten Imbissbudenbetreiber. Der dürfe zum Umsatzschutz der Vereine jedoch keine Getränke feilbieten. Das finden auch Miriam Schifferdecker und ihr Vereinskollege Karsten Gutgsell gut. Ähnlich wie beim Serviceclub Lions sind ebenso die Leos für einen guten Zweck tätig. Aus diesem Grund geht der Erlös aus den Cocktails diesmal dem interkulturellen Familienbildungsprogramm der Stadt zu, das ob seiner englischsprachigen Herkunft auch „Hippy“ genannt wird. Ehrenamtlich tätige Mütter, die von der Familien- und Jugendberatung der Stadt ausgebildet sind, suchen junge Migrantenfamilien auf, um ihnen bei der Frühförderung ihrer Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren zu helfen.

Hohe Kosten schmälern Marge

„Jedes Jahr wird ein Verein oder ein Projekt aus dem Einnahmen von der Cocktailbar und aus den Kinderschminkaktionen unterstützt“, sagt Schifferdecker. Im Vorjahr waren es der Verein Sterntaler an der Kinderklinik. Dass der Leo-Club beim Bürgerfest präsent ist, ist laut Miriam Schifferdecker dem Zufall zu geschuldet. Die Lions Main-Kinzig quittierte ihre Teilnahme. Weil man schon Erfahrung auf dem Bischofheimer Straßenfest gesammelt hatte, besetzten die Leos die Lücke beim Bürgerfest. „Wie die verschiedenen Cocktails zubereitet werden, hat uns jemand gezeigt“, so Schifferdecker. Das Bürgerfest, wie es wieder seit einigen Jahren besteht, und das aufgekippte Gestade sehen Argal Kenan als eine gelungene Sache. Auch äußert er lobende Worte über das Kulturamt, das das Fest organisiert, welches die Stadt einst den Bürger als Dank für den Wiederaufbau schenkte. Nur die Kosten für den Stand und die Versorgungspauschale drücken Kenans Laune etwas. „Das Bürgerfest ist für den FC Safakspor die Haupteinnahmequelle“, erklärt er. „Aber Hanau steht unterm Schutzschirm“, sagt Kenan verständnisvoll. Noch vor Jahren habe der Verein ein eigenes Zelt mit Kulturprogramm betrieben. Das habe einen guten Umsatz gebracht, überkommt ihn der Blues. Aber Safakspor geht es nicht anders als deutschen Vereinen; die Aktiven werden immer weniger.

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