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Hanau Stiftungen

Noch ist das Füllhorn voll

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Gemeinnützige Stiftungen in Hanau verteilen wegen der Niedrigzinsen möglicherweise bald weniger Geld. Um ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten, wollen sie mehr bei Bürgern dafür werben, dass diese ihnen Geld zukommen lassen.

Geldanleger haben es derzeit nicht leicht, ihr Kapital risikoarm und gewinnbringend in Finanzprodukte zu stecken. In dieser Lage befinden sich auch gemeinnützige Stiftungen, die mit den Zinserträgen aus ihrem Vermögensstock arbeiten müssen. Sollten die Niedrigzinsen anhalten, könnten Ausschüttungen – auf die soziale Einrichtungen und Vereine oft angewiesen sind – geringer ausfallen.

Für die „Hanauer Hilfe“ gab es dieser Tage 2500 Euro von der Heinrich Sauer und Josef Schmidt Stiftung. Der Verein engagiert sich für einen Täter-Opfer-Ausgleich. „Für die nächsten zwei, drei Jahre habe ich keine Bedenken, dass die Ausschüttungen wegen der Niedrigzinsphase nachlassen“, sagt Stiftungsvorstand Peter Bierwerth. Mit Beginn des billigen Geldes habe die Stiftung vorgesorgt und mit Genehmigung Rücklagen gebildet, so Bierwerth. Daneben wird nun versucht, verstärkt an Bußgelder, Spenden oder Geld aus Benefizveranstaltungen zu kommen, um den Zweck zu erfüllen, Opfern von Gewalt zu helfen.

Bei der Hanauer Bürgerstiftung blickt der Vorstand skeptisch in die Zukunft – trotz der Sparkasse Hanau im Hintergrund. Das Geldinstitut stiftet einen Teil seiner Erträge der Stiftung zu und trägt obendrein mit einer Spende dazu bei, dass die Jahresausschüttung unverändert bei 230.000 Euro liegen kann.

Vor der drohenden Auflösung ein Gespräch

„Voraussichtlich 2015 werden auch wir erstmals die niedrigen Zinsen merken“, sagt Stiftungsgeschäftsführer German Brachtendorf. Durch die jährliche Zustiftung der Sparkasse sei der Kapitalstock gut gewachsen und damit auch der Zinsertrag. Ein Teil des Geldes sei zu ertragreichen Konditionen angelegt worden. Somit habe sich der Zinseinbruch bisher nicht bemerkbar gemacht. Um aber die Leistungsfähigkeit zu erhalten, soll der Bürger mehr umworben werden, damit er zu Lebzeiten oder im Todesfall die Stiftung bedenkt. Für Brachtendorf kein einfaches Unterfangen. „Die Bürgerstiftung besteht erst seit 2004 und ist damit für viele Menschen noch nicht so präsent“, sagt er.

„Von noch stabilen Erträgen“ berichtet Hans-Georg Bayer, Geschäftsführer der Stiftung Kinderzukunft, die einst der Gründauer Möbelmogul Rudolf Walther aufbaute. Aus den Zinsen werden die Verwaltungskosten beglichen. So können die Spenden, die die Stiftung sammelt, voll für die eigenen Kinderdörfer in Guatemala, Bosnien und Rumänien verwendet werden. „Falls es zu keiner Zinswende kommt, müssen wir den Gürtel enger schnallen“, so Brachtendorf. Auch seien „risikoaffinere Anlagenformen“ ein Weg aus der drohenden Geldnot.

Bei der Kathinka-Platzhoff-Stiftung und der Heraeus Bildungsstiftung kennt man diese Probleme nicht. „Die Stiftungsvermögen sind nicht draußen angelegt“, sagt Thorsten Hitzel, Geschäftsführer der Kathinka-Platzhoff-Stiftung. Die Organisationen besitzen Gesellschafteranteile am Heraeus-Konzern.

Stiftungen, die mangels Zinseinkünften nicht mehr ihren Zweck erfüllen können, werden nicht sofort von Amts wegen aufgelöst, heißt es aus dem Regierungspräsidium Darmstadt, das für die Stiftungsaufsicht zuständig ist. Dies erfolge nur, wenn eine Stiftung ihren Zweck dauerhaft nicht erfülle. Doch zunächst werde versucht, in Gesprächen eine Lösung zu finden.

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