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Bildhauer Claus Bury spaziert über seinen „Neustadtplan“.

Hanau

Kunstwerk zum Spielen

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Das Areal an der Wallonisch-Niederländischen Kirche wurde neu gestaltet und jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Matchbox-Autos hatten OB Claus Kaminsky, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (beide SPD) und Stadtrat Thomas Morlock (FDP) am Freitag mitgebracht, um damit am „Neustadtplan“ – dem Kunstwerk des Bildhauers Claus Bury – zu posieren. Mit solchen Autos kann man das Werk, das den Grundriss der 1597 gegründeten Hanauer Neustadt darstellt, gut durchfahren. Und so soll es auch sein. Bury spricht von „erlebbarer“ Kunst und freut sich, wenn kleine und große Kinder hier spielen – wenige Meter vom Denkmal Graf Philipp Ludwigs II. entfernt, des Gründers der Neustadt.

Der 12 mal 15 Meter große Plan für 250 000 Euro ist ein wichtiges Element des neuen, 8200 Quadratmeter großen Platzes an der Wallonisch-Niederländischen Kirche, der nun vorgestellt wurde. Er liegt mitten in der City, in der Nähe des Marktplatzes. Seine Gestaltung ist Teil des großangelegten Stadtumbaus, in dessen Rahmen etwa das Einkaufszentrum Forum am Freiheitsplatz errichtet wurde. Hanau hat das jetzt überwiegend autofreie Areal an der Kirche, das zuvor von etwa 180 Parkplätzen und einem kleinen Park geprägt wurde, nach eigenen Angaben für 3,2 Millionen Euro umgestalten lassen, wobei Bund und Land über ihr Förderprogramm „Soziale Stadt“ 2,2 Millionen beisteuerten. Die angrenzenden Straßen wurden für 3,9 Millionen erneuert.

Auf dem Platz wurden 5000 Quadratmeter Pflaster und 3200 Quadratmeter Fertigrasen verlegt sowie 35 Bäume gepflanzt. Der helle Asphalt soll dem Aufheizen entgegenwirken, die offene Gestaltung und LED-Leuchten sogenannten Angsträumen. Besucher des Kirchplatzes können auf einem der zahlreichen Sitzmöbel Platz nehmen, picknicken oder auf einer Bahn Boule spielen.

Neu sind außerdem 36 Fahrradständer sowie eine Ladesäule für E-Fahrzeuge. Nicht alle Parkflächen verschwinden, gut 40 bleiben vor allem für Anwohner erhalten. Besonders die Marktbeschicker hatten in einer langen, intensiven Debatte für den Erhalt der Stellplätze gekämpft.

Es sind nicht die einzigen Veränderungen im Quartier: Nach dem Abriss älterer Wohnungen an der Hahnenstraße baut die Nassauische Heimstätte in der Gegend mehr als 150 neue.

Kaminsky bezeichnete die Neugestaltung als bedeutenden Fortschritt. Mit fünf markanten Plätzen, die praktisch auf einer Achse liegen, habe Hanau in einer Zeit, in der die Innenstädte ähnlicher würden, ein Alleinstellungsmerkmal. Darüber hinaus entstehe gerade eine neue Blickachse vom Marktplatz über den Kirchplatz bis zum Kinopolis, was die Verbindung der Bereiche stärke. Und die geschichtsträchtige Kirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, erhalte durch den erneuerten Platz mehr Aufmerksamkeit. Dass 40 Parkplätze erhalten blieben, sei ein vernünftiger Kompromiss gewesen. Gleichwohl könnten die Flächen, wenn die Verkehrswende weiter vorankomme, ohne größere Maßnahmen umgebaut und anders genutzt werden.

Weiss-Thiel fügte hinzu, mit dem Rasen habe die Stadt einen Wunsch der Anwohner erfüllt, die im Zuge des Programms „Soziale Stadt“ mehr Grün gefordert hatten. Laut Morlock werde sich der Durchgangsverkehr um den Kirchplatz herum reduzieren und beruhigen. Den Platz selbst würden die Bürger bereits gut annehmen und zum Beispiel als Pausenort nutzen.

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