Anschlag von Hanau

Nach Anschlag: Die Stadt Hanau kämpft weiter gegen Rassismus

  • Peter Hanack
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Eine Gedenkstätte soll an die Opfer des Anschlags vom 19. Februar in Hanau erinnern. Außerdem weitet die Stadt die Veranstaltungen zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ aus.

Sie hoffe, diese zentrale Gedenkfeier sei kein Abschluss, sondern ein Anfang, hatte eine Teilnehmerin am Mittwoch gesagt, die die Zeremonie auf einem der städtischen Plätze vor der großen Videowand verfolgte. Die Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Hanau müssten sich mehr begegnen, lautete der Wunsch der älteren Dame.

Eine der nächsten Gelegenheiten dazu bieten die „Internationalen Wochen gegen den Rassismus“. Die Stadt Hanau veranstaltet diese inzwischen zum zehnten Mal. Wegen des rassistisch motivierten Anschlags mit zehn Opfern vom 19. Februar verlegt die Stadt den Start nun um eine Woche nach vorn.

So beginnt die Veranstaltungsreihe bereits am nächsten Montag, 9. März, im Kulturforum am zentralen Freiheitsplatz. Dort wird an diesem Tag die Ausstellung „Kinder im KZ-Theresienstadt, Zeichnungen, Bilder, Texte“ eröffnet.

Am Sonntag, 15. März, gibt es dann im Lokal Brückenkopf einen Poetry-Slam unter dem Motto „Man darf alles sagen“.

Am Freitag, 20. März, spielt das Klezmer Freilach Ensemble aus Bad Orb im Hanauer Jazzkeller. Am Dienstag, 24. März, geht es in der Johanneskirche im Vortrag von Astrid Messerschmidt um „alltagsrassistische und neue nationalistische Unterscheidungen heute und was dagegen zu tun ist“.

Das gesamte Programm der „Wochen gegen den Rassismus“ ist auf der Homepage der Stadt Hanau zu finden. Auch weit über den eigentlichen Schlusstermin am 29. März hinaus sollen weitere Veranstaltungen geboten werden. Insgesamt beteiligen sich mehr als 30 Organisationen, Vereine, Verbände, Gruppen und Einzelpersonen daran.

In Hanau soll eine Gedenkstätte dauerhaft an die neun Anschlagsopfer mit ausländischen Wurzeln erinnern. Das zehnte Opfer war die Mutter des Täters, der sich ebenfalls erschoss. Oberbürgermeister Claus Kaminsky hat vorgeschlagen, einen solchen Ort am Hanauer Hauptfriedhof zu errichten. Auf dem Hauptfriedhof sind mehrere der Ermordeten beerdigt. Genaueres zu der Gedenkstätte konnte eine Sprecherin der Stadt am Donnerstag nicht mitteilen. Darüber werde in den nächsten Wochen beraten, sagte sie auf Anfrage. pgh

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