Hanau

Ab in die Modestadt

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Der Schwab Versand zieht  vom Hanauer Stammsitz nach Frankfurt, auch weil dort ab Sommer 2021 die Fashion Week steigt.

Auf der Internetseite sagt der Schwab Versand, eine Tochter der Hamburger Otto Group, seit Juli seinen Kunden ein norddeutsches „Tschüss“. Das 1956 am Kinzigheimer Weg gegründete Unternehmen wird nun auch bis Jahresende Hanau „Tschüss“ zurufen – entgegen der Aussage der Otto Group im Februar. Damals hieß es, dass 150 Stellen im Zuge der Umstrukturierung „Fit für die Zukunft“ wegfallen und 220 Beschäftigte am Stammsitz verbleiben. Eine Entscheidung, die offenbar auch mit der künftigen Fashion Week in Frankfurt und dem neuen Image zu tun hat.

Zur Neuaufstellung von Schwab „gehört wesentlich die Konzentration auf die starke Modemarke Sheego“, heißt es von Geschäftsführer Torge Doser. Die „Modemarke für kurvige Frauen“ gibt es seit 2009 und soll ausgebaut werden samt „digitaler Expansion“ auf neue europäische Märkte. Für das E-Commerce-Geschäft ist der Stammsitz, wo einst 2500 Menschen arbeiteten, zu groß, so die Otto-Pressestelle. Ein halbes Jahr habe man mit der Hanauer Wirtschaftsförderung nach Büroflächen in der Stadt gesucht – ohne Erfolg.

Im Frankfurter Osten fand sich die passende Immobilie. Im Jade-Haus, Hanauer Landstraße 523, mietet der Versand 3800 Quadratmetern in einer ehemaligen Kosmetikfabrik. Von der Otto Group wird der Entschluss auch damit erklärt, dass „Frankfurt mittlerweile auf dem Weg zur Modemetropole“ ist.

Betriebsratschef Jürgen Bühler findet den Umzug grundsätzlich positiv, fordert jedoch eine Betriebsvereinbarung und einen Zuschlag. Seit Jahren habe es keine Gehaltserhöhung gegeben. Mit der Fahrt nach Frankfurt würden für die meisten Beschäftigen die Kosten steigen. Das trage zu ihrer Unzufriedenheit bei.

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