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Mehr S-Bahnen künftig mit der "Normainischen".
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Mehr S-Bahnen künftig mit der "Normainischen".

Hanau S-Bahn

Elf Minuten schneller

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Das Genehmigungsverfahren zum Bau der Nordmainischen S-Bahn startet bald. Auf einem ersten Infoabend zum Thema infomierten Planer der Deutschen Bahn und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminiski (SPD) über die Pläne. Viele Anwohner freuen sich auf den verbesserten Schallschutz.

In 20 Minuten und damit elf Minuten schneller von Hanau-West zur Konstabler Wache in Frankfurt als derzeit: Das war eine Perspektive, die am Mittwochabend in der Aula der Eugen-Kaiser-Schule von Planern der Bahn-Tochter DB-Netz aufgezeigt worden ist. Dort sind die Pläne zur Nordmainischen S-Bahn vorgestellt worden. Ein Planfeststellungsverfahren soll noch in den nächsten Wochen eröffnet werden. Zurzeit liegen die Unterlagen in 18 Ordnern gebündelt zur Prüfung beim Eisenbahnbundesamt. Dann soll es zur Offenlage kommen, bei der Bürger, Kommunen und Institutionen Eingaben machen können. Der Lärmschutz in Hanau interessierte die Besucher des Informationsabends der Stadt schon jetzt besonders.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) eröffnete die Reihe mit Vorträgen über künftige Fahrzeiten, Zugmengen, technische Ausführungen und die Chronologie des Genehmigungsprozesses mit euphorischen und verpflichtenden Worten an die Bahn-Vertreter. Die Stadtentwicklung am Westbahnhof sei mit Hinblick auf die neue S-Bahn erfolgt, sagte er. Auch der Investor des künftigen Wohnquartiers Westcarré wolle vom prosperierenden Frankfurter Osten profitieren, so der OB.

Noch keine Termine

Das soll geschehen. Nur werden die marktplatznahen Häuser mit den Eigentumswohnungen eher bezogen sein, als die Bahn den ersten Spatenstich vornimmt. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter für Hessen bei der DB, rief in Erinnerung, dass der Bau von S-Bahnlinien eine langwierige Angelegenheit sei. Hanau und Maintal warten seit 1985 auf die flotte Verbindung nach Frankfurt. Eine Jahreszahl für den Beginn des Fahrbetriebs nannte Vornhusen gleichwohl nicht. Denn nach einer mehrjährigen Genehmigungs- und Planungsphase – die von vielen Unwägbarkeiten begleitet seien kann – folgt eine voraussichtlich sechs Jahre dauernde Bauzeit.

Neben 20 Kilometer neuer Gleise und einem Tunnel werden ein halbes Dutzend Überführungen gebaut und acht Bahnhöfe umgestaltet sowie 15 Kilometer Schallschutzwand mit einer Höhe von 1,5 bis vier Meter aufgestellt, berichtete Projektleiterin Belgin Baser von der DB-Projektbau. Nachfragen ergaben sich zum Bahnlärm. Manch einer war offenbar auch nur deshalb gekommen wie das Ehepaar, das 200 Meter von der Strecke entfernt wohnt. „Wir freuen uns auf die Nordmainische S-Bahn, weil es dann endlich einen Schallschutz gibt“, sagten die beiden vor Veranstaltungsbeginn.

Es soll leiser werden

Die Erwartung wurde vermutlich nicht enttäuscht. Baser versicherte anhand von Lärmkarten, die auf Berechnungen beruhen, wie es künftig für die Anwohner deutlich leiser werden kann, etwa für die Kesselstädter – auch für die direkten Anlieger. Die Bahn übernimmt die Kosten, um die Häuser in erster Reihe mit einem besseren passiven Schallschutz auszustatten. Der Hintergrund: Auch wenn die zwei neuen Gleise neben den vorhandenen verlegt werden, handelt es sich genehmigungsrechtlich um einen Streckenneubau unter aktuellen Vorgaben. Mehr Krach wird jedoch nicht von den ohnehin leisen S-Bahnen ausgehen, sondern vom Güterverkehr, der laut einer Prognose von aktuell 84 auf 122 Züge am Tag steigen wird. OB Kaminsky sicherte den Anwesenden zu, dass die Stadt mit eigenem Gutachten prüfen werde, ob der geplante Schallschutz ausreiche.

Die seit langem geforderte große Modernisierung des Hauptbahnhofs wird es mit der „Nordmainischen“ nicht geben. Die Bahnsteige 1 und 2 werden modifiziert. Die Fernbahnplattform 5 soll in Spitzenzeiten von den S-Bahnzüge ebenfalls angefahren werden. Deshalb ist dort ein Aufzug geplant. Die Bahnsteigkante wird jedoch nicht stufenfrei.

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