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Meisterwerke in neuem Licht

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Von: Pamela Dörhöfer

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Die stehende Löwin ist ein Meiosterwerk des weltberühmten, aus Großauheim stammenden Tierbildhauers August Gaul.
Die stehende Löwin ist ein Meiosterwerk des weltberühmten, aus Großauheim stammenden Tierbildhauers August Gaul. © Renate Hoyer

Nach zweieinhalb Jahren öffnet das weit über Hanau hinaus bekannte Museum im Stadtteil am 28. August wieder. Herausragend ist die Sammlung vor allem wegen der meisterhaften Tierskulpturen des Bildhauers August Gaul.

Die majestätische Löwin steht wieder an ihrem alten Platz im Eingangsbereich des Museums Großauheim. Sehr lebensecht wirkt die Bronzeplastik, nicht nur der Größe, sondern vor allem ihrer Haltung und ihres Blickes wegen. Ein Meisterstück von August Gaul, einem der bedeutendsten Tierbildhauer weltweit.

Dem gebürtigen Großauheimer ist im neu gestalteten Museum am Pfortenwingert eine eigene Abteilung gewidmet, ebenso wie dem gleichfalls aus dem Ort stammenden Maler August Peukert. Die Exponate beider Künstler sind im vorderen Teil des Gebäudekomplexes aus dem Jugendstil untergebracht, der ehemaligen Badeanstalt. Rund ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten eröffnet dieser erste Abschnitt am Samstag, 28. August, wieder für das Publikum.

Geschlossen war das Museum allerdings weit länger, seit Ende 2007. Doch Streitigkeiten um die inhaltliche Gestaltung, fehlendes Geld und unerwarteten Mehraufwand verzögerten den Baubeginn. Insgesamt investiert die Stadt 1,3 Millionen Euro in die Generalüberholung des Museums, der nun fertige Teil hat 650.000 Euro gekostet.

Konzept wenig verändert

Auch wenn sich konzeptionell nur wenig geändert hat, so präsentieren sich die zuletzt duster und altbacken wirkenden Räume nun mit einem viel frischeren, freundlicheren Gesicht. Helle Wände, Leuchten auf aktuellem technischen Stand, teils restaurierte, teils auch neue Böden und Fenster verleihen dem Haus endlich modernes Museumsflair.

Das Erdgeschoss der einstigen Badeanstalt ist mit 46 Werken August Gauls (1869 bis 1921) bestückt. Neben der berühmten Löwin wird dort auch die originale Bärengruppe präsentiert, die früher am Kaufhaus Wertheim in Berlin stand. Weitere Tierfiguren thronen dekorativ auf dunklen Granitsockeln, Wände mit grafischen Umsetzungen Gaul’scher Skizzen bilden dafür einen wirkungsvollen Hintergrund.

Komplett umgebaut wurde der Zugang zum ersten Stock, der erstmals richtig mit dem Erdgeschoss verbunden ist. Oben können sich die Besucher einen umfassenden Eindruck vom Werk des Malers August Peukert (1912 bis 1986) verschaffen. Kuratorin Beate Hofmann hat die Abteilung konzipiert und die 46 ausgestellten Werke chronologisch und thematisch geordnet. Zu sehen sind neben Gemälden auch neun großformatige Glasfenster und Mosaike. Ein Teil der Arbeiten und Dokumente sind Leihgaben der Nachkommen August Peukerts.

Die Exponate im Rest des Museums werden weit weniger filigran gearbeitet sein: Die großen Hallen des ehemaligen Elektrizitätswerks und der Feuerwehr stehen im Zeichen der Industriegeschichte und ihrer großen Maschinen: Die ersten werden demnächst wieder einziehen, komplett fertig sein wird das Museum aber erst im Herbst 2011.

Das Museum öffnet am 28. August um 16 Uhr und kann an diesem Tag bis 23 Uhr besucht werden. Danach sind die Öffnungszeiten donnerstags bis sonntags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro.

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