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Die Anti-Baby-Pille ist immer noch ein Symbol für Pro Familia - dabei bietet der Verein weit mehr als Beratung zur Familienplanung.
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Die Anti-Baby-Pille ist immer noch ein Symbol für Pro Familia - dabei bietet der Verein weit mehr als Beratung zur Familienplanung.

Pro Familia

Mehr Männer suchen Hilfe

Die Hanauer Beratungsstelle von Pro Familia sucht dringend mehr männliche Mitarbeiter - denn in die Sprechstunden kommen immer mehr Männer. Knapp 1100 Mal wurden 2009 einzelne Männer, Frauen oder Paare beraten.

Von Andreas Zitzmann

Auch in der Hanauer Partnerstadt Jaroslawl nordöstlich von Moskau können zumindest der Bürgermeister und die Vorsitzende des dortigen Partnerschaftsvereins nachlesen, was Pro Familia Hanau im vergangenen Jahr geleistet hat. Leiterin Brigitte Schlich-Heinze hatte den aktuellen Jahresbericht 2009 – ins Russische übersetzt – mitgenommen, als sie als Teil der Delegation aus Hanau in der vergangenen Woche nach Jaroslawl reiste. „Eine der Pro Familia vergleichbare Organisation gibt es dort noch nicht, aber Beratungsstellen werden zunehmend gefördert.“

Wie wichtig eine solche Hilfs- und Beratungsorganisation ist, kann man an den leicht, aber stetig steigenden Fallzahlen ablesen. Knapp 1100 Mal wurden Einzelne oder Paare beraten – ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Jahr zuvor –, hinzu kamen etwa 530 Beratungen in Schwangerschaftskonflikten und knapp 400 Gruppenberatungen.

Ein Fulltime-Job

Bemerkenswert findet Schlich-Heinze, dass die Zahl der Männer, die Rat und Hilfe suchen, zunimmt. Offensichtlich hätten viele das Vorurteil überwunden, ein Besuch bei Pro Familia sei womöglich „rufschädigend“. Die Konsequenz aus dieser Entwicklung: „Wir suchen dringend mehr männliche Mitarbeiter, aktuell einen Therapeuten, der sich bei uns engagieren möchte.“

Wer sich dem Beraterteam anschließen möchte, muss sich allerdings darüber im Klaren sein: Das ist ein Fulltime-Job. Schlich-Heinze: „Wir sind permanent am Limit.“ Das Büro der Pro Familia hat zwar nur zwölf Stunden pro Woche Sprechstunde – Mitarbeiter sind aber an vielen Tagen von 9 bis 22 Uhr in der Beratungsstelle anzutreffen: „Bürgernähe ist unser Prinzip.“

Wo bleiben die Bußgelder?

Derzeit hat der Ortsverband rund ein Dutzend Mitarbeiter, die sich 4,5 Stellen teilen. Die Zahl schwankt, was auch mit der Finanzierung zu tun hat. Der Etat der Pro Familia beläuft sich auf rund 300.000 Euro pro Jahr, der größte Teil kommt vom Land Hessen, vertraglich fixiert sind die Zuschüsse der Städte Hanau und Maintal. Knapp ein weiteres Dutzend Kommunen, darunter der Kreis, zahlen freiwillig. Was fehlt: rund 12.500 Euro aus dem Bußgeldtopf des Gericht. Ein Betrag, den man bislang fest einplanen konnte. In diesem Jahr kam noch kein Cent: „Keine Ahnung, warum nicht“, rätselt Schlich-Heinze.

Pro Familia Hanau, Vor dem Kanaltor 3, Telefon 06181 / 21854, Sprechstunden montags / dienstags 15 bis 18 Uhr, mittwochs / freitags 9 bis 12 Uhr. Internet: hanau@profamilia.de

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