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Main-Kinzig/Wetterau

Main-Kinzig: Modernisierung von Bahnlinie gefordert

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Laut IHK gibt es immer mehr Pendelnde zwischen Wetterau und Main-Kinzig-Kreis. Das Land kündigt Fortschritte bei der Lahn-Kinzig-Bahn an, die aber noch ein paar Jahre brauchen.

Die Lahn-Kinzig-Bahn, die von Gießen nach Gelnhausen fährt und dabei etwa Hungen, Nidda, Büdingen und Mittel-Gründau ansteuert, gehört zu den weniger beachteten Strecken in Hessen. Sie ist nach wie vor eingleisig und nicht elektrifiziert. Dabei zählt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hier an Werktagen immerhin jeweils 5000 Personenfahrten.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern sieht ein größeres Potenzial auf der Strecke, vor allem weil die Zahl der zwischen dem Wetteraukreis und dem Main-Kinzig-Kreis Pendelnden nach ihren Angaben in den vergangenen sieben Jahren um rund 20 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der berufsbedingt aus der Wetterau in den Main-Kinzig-Kreis Pendelnden beziffert die IHK auf 7800 (Stand: 30. Juni 2020). Deshalb fordert sie, die Bahnlinie zu modernisieren, eine zweite Spur einzurichten und zu beschleunigen.

Auf der Strecke soll es Fortschritte – wie eine Taktverdichtung – geben, aber nicht kurzfristig. Und mit einer Elektrifizierung ist in diesem Jahrzehnt nicht mehr zu rechnen. Das geht aus der Antwort des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Jörg-Uwe Hahn (FDP) hervor, der die Forderungen der IHK unterstützt.

Demnach gehört die Nahverkehrsstrecke, die in Gießen an die Main-Weser-Bahn und in Gelnhausen an die Kinzigtalbahn angeschlossen ist, der bundeseigenen DB Netz AG, wobei der RMV für das Angebot zuständig ist. Derzeit ist dies ein Stundentakt, mit zusätzlichen Fahrten zur Hauptverkehrszeit.

Laut RMV könne die Lahn-Kinzig-Bahn noch zusätzliche Fahrgäste aufnehmen. Für eine Verdichtung zum Halbstundentakt und die damit verbundene größere Attraktivität sei ein zweigleisiger Ausbau nicht unbedingt notwendig. Entscheidend sei die Erneuerung der veralteten Leit- und Sicherungstechnik. Dies soll nach Auskunft der DB Netz AG bis 2025 geschehen, wobei auch die Fahrgeschwindigkeit erhöht werden solle.

Zudem werde aktuell die Stellwerkstechnik im Bahnhof Gießen erneuert und eine Weichenverbindung eingebaut, was unabhängige Ein- und Ausfahrten der Lahn-Kinzig-Bahn und der Vogelsbergbahn ermögliche – eine weitere Bedingung für einen engeren Takt. Die Finanzierung soll eine Vereinbarung zwischen Bund und DB AG sichern. Verbesserungen stellt das Ministerium auch durch einen weiteren Schritt in Aussicht: Ein Stück der Horlofftalbahn zwischen Wölfersheim und Hungen soll 2026 reaktiviert werden und Fahrten nach Frankfurt möglich machen. Die Lahn-Kinzig-Bahn wäre an die Verbindung angeschlossen.

Das Land unterstütze die Verkehrsverbünde bei ihrem Ziel, Strecken zu elektrifizieren und auf alternative Antriebe zurückzugreifen. Eine Umstellung sei jedoch erst mit dem Wechsel eines Verkehrsvertrages möglich, der im Wetteraunetz erst im kommenden Jahrzehnt ansteht.

„Die derzeitige Schieneninfrastruktur in Hessen ist und bleibt stark verbesserungswürdig“, sagt Hahn. Er begrüße die von Minister Tarek Al-Wazir (Grüne) angekündigten Fortschritte, mahnt aber mehr Tempo an, auch bei der Lahn-Kinzig-Bahn, weil die Region wachse. Das Land müsse seine „Lethargie“ ablegen, um mit der neuen Bundesregierung „den Bahnverkehr in Hessen voranzutreiben“.

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