Main-Kinzig

Kritik an Ausländerbehörde

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die Fraktion der Linken im Landtag spricht sich gegen die Abschiebung eines in Hanau geborenen 22-Jährigen aus und rügt die „Desintegrationspolitik“ des zuständigen Amtes im Main-Kinzig-Kreis.

Im Fall der immer wieder von Abschiebung bedrohten Familie Krasniqi hat die hessische Linksfraktion das Vorgehen der Ausländerbehörde des Main-Kinzig-Kreises kritisiert. Dieses sei „ein trauriges Beispiel für behördliche Desintegrationspolitik“, teilt die Landtagsabgeordnete Saadet Sönmez mit.

Das Amt, das die Kritik zurückweist, hatte verfügt, dass Emra Krasniqi in den Kosovo ausreisen muss, obwohl der 22-Jährige hier geboren ist, einen Schulabschluss mit guten Noten gemacht und fast durchgängig gearbeitet hat. Die FR hatte dies kürzlich berichtet und eineinhalb Jahre zuvor die drohende Abschiebung von Krasniqis Eltern öffentlich gemacht. Sie sollten Deutschland nach fast 30 Jahren verlassen, obwohl die Mutter schwerbehindert ist, ihnen als Roma im Kosovo Verfolgung droht und ihre Kinder und Enkel alle im Main-Kinzig-Kreis leben. Letzten Endes wurde ihnen doch noch eine Duldung zugesprochen.

Zu Emra Krasniqi merkt Sönmez an, er sei Teil dieser Gesellschaft, wie alle anderen Hessen. Dass die Behörde „hier von gescheiterter Integration spricht, offenbart eine institutionell diskriminierende Sichtweise“.

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