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Hanau/Main-Kinzig

Main-Kinzig: Kommunalen Kliniken drohen hohe Verluste

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
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Coronabedingt sind die Fallzahlen um bis zu 20 Prozent gesunken, was in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt.

Die kommunalen Krankenhäuser schlagen Alarm: Dem städtischen Klinikum Hanau und den kreiseigenen Main-Kinzig-Kliniken drohen in diesem Jahr nach eigenen Angaben Verluste im höheren siebenstelligen Bereich. Als wesentlichen Grund geben sie coronabedingt gesunkene Fallzahlen an. Weil auf den Covid-Stationen Personal gebraucht werde und Strukturen der Pandemie angepasst werden müssten, würden planbare Eingriffe – darunter offensichtlich wirtschaftlich lukrative – zurückgestellt.

Nach derzeitigem Stand werde die Zahl der Fälle 2021 gegenüber 2019 um etwa 20 Prozent zurückgehen, teilt das Hanauer Klinikum auf FR-Anfrage mit. In den Main-Kinzig-Kliniken, die in Gelnhausen und Schlüchtern ihre Standorte haben, wird mit einem Rückgang von etwa zehn Prozent kalkuliert. In einer gemeinsamen Erklärung teilten Landrat Thorsten Stolz und Hanaus OB Claus Kaminsky (beide SPD), die als Aufsichtsratschefs der Krankenhäuser fungieren, kürzlich mit: „Die Infektionszahlen steigen stetig, das Personal ist seit mehreren Monaten dauerbelastet – die Zahl der Pflegenden sinkt entsprechend – und Finanzierung und Bürokratie laufen weiter, als läge die Pandemie hinter uns.“

Die Pflegekräfte seien zahlenmäßig nicht weniger geworden gegenüber 2019, heißt es aus Hanau, allerdings sei die Belastung „enorm gestiegen“ – wodurch sich die Personalsituation somit weiter verschärft hat.

Im Klinikum werden aktuell 23 Covid-Patient:innen behandelt, der Höchstwert wurde zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 erreicht, mit mehr als 70. Hier und in den Main-Kinzig-Kliniken wird mit steigendem Bedarf und weiteren Verlusten gerechnet – die Kommunen nicht abfedern könnten, zumindest nicht auf Dauer. Der Kreistag hatte bereits in den vergangenen Jahren Millionenzuschüsse für die Main-Kinzig-Kliniken beschlossen und wird sich nach FR-Informationen demnächst wieder damit befassen.

Stolz und Kaminsky, die von „verheerenden Rahmenbedingungen“ für die Kliniken sprechen, sehen in erster Linie den Bund in der Pflicht. Sie fordern, die Häuser „von Bürokratie und Rückforderungen der Krankenkassen“ zu entlasten, damit sich die Beschäftigten auf die Versorgung der Patienten konzentrieren könnten.

Darüber hinaus verlangen sie eine Absicherung der Budgets, auch für 2022, und Ausgleichszahlungen wie im Jahr 2020, die die Kliniken stabilisiert hätten. So habe Hanau bis Ende September 2020 560 Euro für jeden nicht erbrachten Belegungstag gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 erhalten, was rein wirtschaftlich betrachtet ein ausgeglichenes Jahresergebnis ermöglicht habe. Es sei inakzeptabel, dass der Rettungsschirm im Sommer 2020 geschlossen worden sei: Die Behandlung von Covid-Patient:innen „ist teuer und birgt eine hohe Belastung für die Mitarbeiter, was sich im aktuellen Finanzierungsmodell keinesfalls auch nur annäherungsweise adäquat abbildet“.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Anfrage dazu noch nicht beantwortet.

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