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Sammie Jo Douglas ist eine von 28 jungen Leuten, die Fahrgäste auf dem Freiheitsplatz zu den richtigen Bussen lotsen.
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Sammie Jo Douglas ist eine von 28 jungen Leuten, die Fahrgäste auf dem Freiheitsplatz zu den richtigen Bussen lotsen.

Hanau

Lotsen helfen, den Bus zu finden

Auf dem Hanauer Freiheitsplatz werden Fahrgäste sicher durch den Umbau-Wirrwarr geleitet.

Von Anne Lorenc

Wandernde Zäune, Baufahrzeuge, Fußgänger kreuz und quer, dazwischen langsam fahrende Busse. Auf dem Freiheitsplatz geht es seit dem Umbaubeginn zu wie auf einem Verkehrsübungsgelände. Am letzten Samstag wurde der improvisierte Busbahnhof erneut verlegt. Jetzt halten die Fahrzeuge im südöstlichen Quadranten. Dafür, dass Fahrgäste und Busfahrer die Orientierung nicht verlieren, sorgen junge Leute in quietschgelb leuchtenden Westen: die Lotsen.

Sammie Jo Douglas, die 17-jährige Hola-Schülerin, gehört zu den 28 Freiwilligen im Alter von 16 bis 18 Jahren, die von der Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) als Unterstützung auf 450-Euro-Basis angeworben worden sind. Ihre Aufgabe besteht darin, die Fahrgäste der 25 Linien zur rechten Zeit an die richtige Haltestelle zu bringen und ihnen den aktuellsten Lageplan in die Hand zu drücken.

Den Lotsen zur Seite stehen Verkehrs-Profis wie die HSB-Allrounderin Andrea Zeidler oder Franz-Josef Hülck, der von seinem Arbeitgeber, Omnibus-Heuser aus Langenselbold, abgestellt wurde. Er hilft, die auswärtigen Busfahrer durch das unübersichtliche Gelände mit seinen wechselnden Verwerfungen zu navigieren. Insgesamt ein Aufwand, der sich lohnt, sagt Michael Rüfer von der HSB. Bisher habe es trotz des Tohuwabohus weder offizielle Beschwerden noch ernste Zwischenfälle gegeben.

Die Lotsen sind seit dem 22. Juli allgegenwärtig. An diesem Tag war der vertraute Busbahnhof provisorisch an die nördliche Ecke verlegt worden. Jetzt rückte er wieder zurück, allerdings ebenfalls nur vorübergehend, erklären Rüfer und Joachim Haas-Feldmann für die Stadt. Im Januar 2014 soll dann, wieder im nördlichen Platzbereich, der Zentrale Busbahnhof mit automatischem Fahrgast-Informationssystem installiert sein.

Kein langweiliger Ferienjob

Nicht selten grüßen Fahrgäste die Lotsen wie alte Bekannte: „Ei, Du bist ja schon wieder da!“ bekommen die Lotsen zu hören, wenn sie wieder einmal anpacken, um den Rollator aus dem Bus zu wuchten oder freundlich beim Aussteigen behilflich sind. Viel Stammpublikum verkehrt hier – Menschen aus dem Umland, die zum Einkaufen oder zum Arzt fahren, Senioren aus der Peripherie, die besonders an den Markttagen Mittwoch und Samstag die Busse bevölkern.

„Ich bringe Sie hin“ ist eine der ständigen Antworten, die Sammie Jo Douglas und ihre Kollegen auf den Lippen tragen, wenn sie wieder einmal nach einem bestimmten Haltepunkt gefragt werden. Zunächst habe sie sich vorgestellt, dass dies ein langweiliger Ferienjob werden könnte, gesteht die 17-jährige Lotsin: „Die ganze Zeit an einer Haltestelle rumstehen.“ Doch es kam anders: Nicht wenige Passagiere hatten Interessantes zu erzählen, es kam zu Schwätzchen. Komplimente und hin und wieder ein bisschen Trinkgeld gab es obendrein.

Die meisten Fahrgäste seien nett, sagt Jo Douglas. Schlechte Laune habe sie überwiegend bei älteren Ratsuchenden erlebt. Dass die Schichten – von 8 bis 12.30 Uhr und von 12.30 bis 18 Uhr trotz der Wetter-Extreme zwischen Wolkenbruch und Sonnenglut bei 35 Grad im Schatten angenehm verliefen, ist dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen den bis zu fünf Schicht-Kollegen und der fürsorglichen Betreuung durch das HSB-Team zu verdanken. Das stellte Sonnenschirme auf oder gab in der Hitze auch mal eine Runde Eis aus.

Ab dem 19. August wird es keine Teilzeit-Lotsen mehr geben. Die Schule beginnt, die Urlaubszeit endet, und die HSB übernimmt den Service dann selbst.

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