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Im Hanau-Untersuchungsausschuss bei der Vernehmung von Said Etris Hashemi.
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Im Hanau-Untersuchungsausschuss bei der Vernehmung von Said Etris Hashemi.

Kommentar

Lehren aus Hanau: Fokus auf die Betroffenen richten

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Hanau zeigt: Im Umgang mit den Opfern von Terror haben die Behörden Nachholbedarf. Bisher ist Empathie Glückssache. Dabei darf es nicht bleiben. Ein Kommentar.

Die deutschen Behörden, auch die hessischen, sind nicht ausreichend in der Lage, auf die Bedürfnisse der Opfer von Gewalt und Terror einzugehen. Angehörige, physisch und psychisch Verletzte erfahren nicht die Unterstützung, die sie benötigen. Das ist schon nach den ersten Sitzungen eines der Ergebnisse des Hanau-Untersuchungsausschusses des hessischen Landtags.

Die Sicherheitsbehörden richten ihren Fokus schon immer auf Täterinnen und Täter. Empathie für die Opfer ist dabei Glückssache. Zu oft fehlt sie. Das machen die teilweise erschreckenden Aussagen der Angehörigen der Hanauer Terroropfer deutlich.

Hanau zeigt: Richtiger Umgang mit Betroffenen ist wichtig

Notwendig ist ein Perspektivwechsel, der den Betroffenen, ihren Schicksalen und Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt. Ganz langsam hat Deutschland begonnen, die Opferperspektive ernstzunehmen: seit dem islamistischen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz vor fünf Jahren. Seinerzeit berief die Bundesregierung erstmals einen Opferbeauftragten. Hessen folgte spät. Der erste Landesbeauftragte war noch nicht im Amt, als der Attentäter von Hanau am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Gründen erschoss.

Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen für Hilfszahlungen ist nur ein Teil dessen, was nötig ist. Was Betroffene brauchen, sind nicht zuletzt Informationen, ein offenes Ohr und ein Mindestmaß an Einfühlungsvermögen. Es ist unerträglich, wenn Hinterbliebene mit der Todesnachricht nach Hause geschickt werden, ohne dass sich jemand um sie kümmert. Es darf nicht sein, dass sie tagelang im Unklaren gelassen werden, dass ihre getöteten Kinder und Geschwister obduziert werden.

Aufarbeitung des Attentats von Hanau: Innenminister Beuth lobt lieber die Polizei

Es ist schwer verständlich, dass Ermittlungen – etwa zum anscheinend verschlossenen Notausgang am Tatort Arena-Bar – erst eingeleitet werden, wenn die Angehörigen Anzeige erstatten. Und es ist ungehörig, wenn ein Innenminister wie Peter Beuth lieber öffentlich die Polizeiarbeit lobt, als sich Vorwürfen zu den Ermittlungen im direkten Gespräch zu stellen. Mit ihren klaren Schilderungen haben die Angehörigen von Hanau der Politik einen Dienst erwiesen. Jetzt müssen die Zuständigen diese Hinweise aufnehmen und handeln. (Pitt von Bebenburg)

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