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Langer Weg zur schwarzen Null

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Von: Wiebke Rannenberg

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Die städtische Beteiligungsholding (BHG) in Hanau will weiter sparen. Die BHG hatte im vergangenen Jahr ein Minus von 3,8 Millionen Euro. 'Der städtische Haushalt soll das Defizit ausgleichen.

Die städtische Beteiligungsholding (BHG) in Hanau will weiter sparen. Die BHG hatte im vergangenen Jahr ein Minus von 3,8 Millionen Euro. 'Der städtische Haushalt soll das Defizit ausgleichen.

Das Minus ist um eine Million Euro geschrumpft, der Aufsichtratschef spricht von einem „durchaus zufriedenstellenden“ Ergebnis, und in Zukunft sollen Managerinnen und Manager der städtischen Beteiligungsholding nach Ideen suchen, wie auf der eine Seite noch mehr gespart und auf der anderen mehr eingenommen werden kann.

So lässt sich grob das Ergebnis der Holding für das Jahr 2012 zusammenfassen, das Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Claus Kaminsky (SPD) am Dienstag der Öffentlichkeit vorstellte. Demnach hatte die Beteiligungsholding Hanau Gesellschaft (BHG) Ende 2012 ein Minus von 3,8 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch knapp 4,8 Millionen Euro gewesen.

In der BHG hat die Stadt vor elf Jahren ihre ausgegliederten Gesellschaften zusammengefasst (siehe Infokasten). Damit sind die Gesellschaften zwar eigenständig, können aber Gewinne und Verluste untereinander ausgleichen. Und so haben, wie schon seit Jahren, im wesentlichen die Stadtwerke für den Gewinn (plus 7,8 Millionen) sowie die Bäder (minus 3,4) und der öffentliche Nahverkehr (minus 4,3) für das Defizit gesorgt. Auch Baugesellschaft, Hafen und Parkhäuser tragen zum Plus bei. Doch die Gewinne reichen nicht aus, so ergibt sich das Defizit von 3,8 Millionen Euro. 2012 stieg auch das Klinikum etwas in die schwarzen Zahlen, es wird aber 2013 wieder in den roten Bereich rutschen.

Stabilisierung des Eigenkapitals

Trotz der wachsenden Schuldenberge im kommunalen Haushalt soll es beim stadtinternen Finanzausgleich bleiben. Er kenne keine öffentlichen Bäder und keine Nahverkehrs-Verbünde, die kostendeckend arbeiteten, sagte Kaminsky. Doch beides müsse in städtischer Hand blieben, es seien „elementare Aufgaben der Daseinsvorsorge“.

Dennoch will Kaminsky verhindern, dass die BHG weiterhin Geld aus ihrem Eigenkapital nimmt, um Bäder und Busse zu subventionieren. Ziele für die Zukunft seien die schwarze Null und die Stabilisierung des Eigenkapitals, sagte er und rief damit eine „neue Zukunftsstrategie“ aus. Mit den Defiziten aus dem Nahverkehr komme die Holding klar, doch die roten Zahlen der Bäder müsse „künftig der städtische Haushalt auffangen“. Kämmerer Kaminsky will also in den Jahren 2014 und 2015 jeweils zwei Millionen Euro aus seinem tiefdefizitären Haushalt nehmen, um die Holding zu entlasten.

Zugleich soll weiter gespart werden. Dazu sollen sich nicht nur einzelne Gesellschaften Gedanken machen – sondern alle zusammen. In einem neuen Management-Ausschuss werden sechs Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften nach Sparmöglichkeiten und neuen Dienstleistungen und Produkten suchen – „in Selbstverantwortung und ohne Beteiligung des Oberbürgermeisters“, wie die BHG schreibt. Und sie sollen die Ideen auch umsetzen, wie Stadtwerke-Chef Steffen Maiwald, der den Ausschuss zunächst leitet, betonte.

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