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Die Hanauer Herbstmesse 1938 auf dem damaligen Paradeplatz.

Hanau

Lamboy-Fest von 1938

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Das Kino Varieté des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main macht im Kinopolis Station und bietet zwei sensationelle alte Dokumentarfilme.

Auf ein besonderes Filmerlebnis können sich Interessierte am Sonntag, 20. Janauar, 11.30 Uhr, freuen: Das Kino Varieté des Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main macht im Kinopolis Hanau Station und zeigt als besonderen Schatz zwei zehnminütige Dokumentarfilme von 1938, die das unzerstörte Hanau und damit mehr als 80 Jahre alte Ansichten zeigen. Sie stammen vom ehemaligen Stadtfotografen Franz Weber und waren seit 1945 praktisch nicht mehr zu sehen. Sie zeigen das LamboyWaldfest und die Herbstmesse.

Laut Roland v. Gottschalck, Fotograf im Bildarchiv Hanau, hatte Weber, der 1984 mit 90 Jahren starb, das Archiv mit begründet.

Weil das gesamte Positiv-Archiv der Stadt 1945 zerstört wurde, die Negative aber ausgelagert waren, konnte Weber mit seinen Mitarbeiterinnen, Photographenmeisterin Elisabeth Schmincke und Bianca Müller, recht zügig, allerdings mit enormem Aufwand, die neue Kartei ausarbeiten. Die beiden Streifen, die laut v. Gottschalck in überraschend gutem Zustand sind, schlummerten jahrzehntelang im Archiv.

Mitte 1934 habe es einen Reichserlass des sogenannten Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung gegeben, der die Einrichtung von Landes-, Kreis- und Stadtbildstellen anordnete. Ende Oktober 1934 wurde dann durch Weber die Hanauer Stelle gegründet. Das Kino Varieté unter dem Motto „Eine Region entdeckt ihre lokale Filmgeschichte“ bietet jedoch nicht nur Film, sondern auch Live-Musik, Jonglage, Artistik und Show – ganz im Stil des Kinos der frühen Jahrzehnte. Als Hauptfilm wird der höchst amüsante Stummfilm „Eine tolle Nacht“ von Richard Oswald aus dem Jahr 1926 gezeigt.

„Das Kino damals war laut und bunt, man ging ins Kino, um viel zu erleben. Vor dem Hauptfilm gab es ein Vorprogramm aus Wochenschau, Animations- und Kulturfilmen, dazwischen Schlager der Zeit und Tanz. Das Kino war Schaufenster zur Welt und bot Aktualitäten, international wie auch aus der Umgebung vor Ort“, so die für die „Aservatenkammer“ zuständige Arte-Redakteurin Nina Goslar.

Im Kinopolis wird die Film-Show von einer Solistin eröffnet: Antje Pode mit ihren fliegenden Koffern, als zweiter Live-Act ist das Akrobaten-Duo Elabö zu sehen.

„Doch allein die beiden Hanauer Dokumentarfilme sind eine echte Attraktion“, kündigt Nina Goslar an. jo

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