Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Sophie-Scholl-Schule wurde vor acht Jahren eröffnet.
+
Die Sophie-Scholl-Schule wurde vor acht Jahren eröffnet.

Hanau

Kurzer Weg zum Mittagessen

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
    schließen

Die inklusive Sophie-Scholl-Schule findet viel Zuspruch. Nun hat sie eine eigene Mensa und Turnhalle.

Für die 176 Schülerinnen und Schüler der Sophie-Scholl-Schule beginnt in dieser Woche das neue Schuljahr mit einem doppelten Paukenschlag: mit einer neuen, eigenen Mensa und einer Turnhalle darüber.

Die inklusive Schule des Behindertenwerks Main-Kinzig (BWMK) wurde vor acht Jahren eröffnet und konnte sich entgegen mancher Kritik gut behaupten. Auf Unmut stieß damals, dass das BWMK neben den bestehenden Werkstätten und integrativen Firmen eine Schule nach dem Vorbild der Gießener Lebenshilfe gründen wollte. Doch das BWMK sah nicht ein, warum der Teilhabeauftrag an der Kita enden sollte. Die Gründung ging auch auf Elternwunsch zurück. In der Grundschule lernen behinderte und nicht-behinderte Kinder jahrgangsübergreifend.

DIE SCHULE

Träger ist das Behindertenwerk Main-Kinzig. Die Finanzierung erfolgt durch einen Förderverein und das Schulgeld von 350 Euro plus 70 Euro Essensgeld pro Monat.

Die personelle Ausstattung pro Klasse besteht aus eineinhalb Lehrer:innenstelle, einer halben Erzieher:innenstelle und bei Bedarf aus zwei Schulbegleiter:innen, heißt es.

Bis zu fünf behinderte Kinder können in einer Klasse unterrichtet werden, Aufnahmekriterien gibt es nicht. sun

www.sophie-scholl-schule-hanau.de

Die Wände des Speisesaals mit den bodentiefen Fenstern strahlen in Zitronen- bis Eidottergelb und hellen Orange. Eine wie von Kinderhand gemalte große Sonne und bunte Buchstaben bilden die Dekoration. Am Eingang geht es gleich an der Essenausgabe samt der Küche vorbei. Eine Etage höher in dem Gebäude mit seiner hellen Backsteinfassade befindet sich eine beachtliche Turnhalle samt Umkleiden. Alles ist barrierefrei zu erreichen. Bislang musste für Mittagessen oder Sport das Schulgelände in der Lamboystraße verlassen werden, weil beides fehlte. „Das Gebäude ist für uns ein Riesengewinn. Es wird das Ganztagskonzept auf eine andere Ebene heben“, sagt Mareike Meister, die bis 2020 Schulleiterin war und heute Vize-Vorsitzende im Vorstand des BWMK mit Schwerpunkt Kinder und Familie sitzt.

Gebaut wurden Mensa und Turnhalle von einem örtlichen Investor, der sich bereits mehrfach bei anderen Projekten des BWMK engagiert hat. Das Behindertenwerk ist Mieterin ebenso beim Schulhaus, einer ehemaligen Zahnklinik der US-Armee.

Laut Meister habe die Schule mit 32 Kindern aus Hanau und Umland angefangen. Aktuell sei sie ausgelastet, so dass Elternanfragen nicht selten abgewiesen werden müssten. Ausbaupläne gibt es, wenn die benachbarte Dependance der Tümpelgartenschule frei wird. Dann soll drei- statt zweizügig eingeschult werden.

Die Klassen bestehen aus zwei Jahrgängen, erstes und zweites sowie drittes und viertes Schuljahr. Bis zu 22 Schüler:innen werden pro Klasse unterrichtet, darunter sind bis zu fünf behinderte Kinder. Das Unterrichtskonzept setzt sich aus verschiedenen Reformpädagogiken zusammen. „Von allem das Beste“, sagt Meister. Hierzu zähle auch, nicht die Defizite eines Kindes, sondern seine Talente in den Vordergrund zu stellen. Auf die Kinder werde auch Verantwortung übertragen, nicht allein im gegenseitigen Helfen beim Lernen. Die älteren Schüler:innen - wenn möglich ebenso die Behinderten - fungierten für ein Jahr als Pate der Jüngeren in der Klasse. In dem sozialen Miteinander lernen die Nicht-Behinderten etwa, was man darf und was nicht. Die behinderten Kindern erfahren, dass es auch Ablehnung geben kann, so Meister. Nach der vierten Klasse, in der es erstmals Ziffernnoten gibt, kann das Gymnasium, die Gesamt- oder Förderschule folgen. Der Übergang in die fünfte Klasse sei vor allem für die Behinderten nicht einfach, sagt Meister. Manch eine Schule tue sich ob der mangelnden Gegebenheiten schwer. Mit einigen Schulen in Hanau und im Kreis gebe es mittlerweile eine gut funktionierende Kooperation. Weitere sollen folgen. „Wir bleiben hartnäckig“, sagt Meister.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare