+
Die ehemalige Kaserne Sportsfield Housing müsste nach der aktuellen Gesetzeslage eigentlich abgerissen werden.  

Hanau

Main-Kinzig-Kreis gegen Kasernen-Abriss in Hanau

  • schließen

Wegen veränderter gesetzlicher Regelungen sollen in Hanau 400 Wohnungen abgerissen werden. Die Stadt und der Kreis setzen sich für Erhalt des Sportsfield-Housing-Areals ein.

Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz (SPD), unterstützt das Bemühen der Stadt Hanau, die Gebäude auf dem früheren Kasernengelände Sportsfield Housing zu erhalten. Stolz hat sich an die Bundesregierung und das Land Hessen mit der Bitte gewandt, die bau- und immissionsschutzrechtlichen Optionen zu überprüfen, teilt die Kreisverwaltung mit. Die jeweiligen Ministerinnen und Minister für Wohnungsbau und Umwelt forderte er auf, die anstehende Novellierung des Baugesetzbuchs zu nutzen, um Städten und Gemeinden eine leichtere Ausweisung und Entwicklung von Wohngebieten zu ermöglichen.

Hintergrund sind rechtliche Regelungen, nach denen die Wohnungen auf dem Areal abgerissen werden müssten, obwohl in Hanau und im gesamten Rhein-Main-Gebiet dringend Wohnungen gebraucht werden.

Auf dem ehemaligen Kasernengelände der US-Streitkräfte in Hanau-Wolfgang stehen 22 gut erhaltene Wohnblocks mit 400 Wohneinheiten.

Jahrzehntelang wohnten dort Soldaten mit ihren Familien. Seit deren Abzug 2008 muss das Areal rechtlich wie eine grüne Wiese behandelt werden. Ein Bebauungsplan mit Wohnnutzung lässt sich nicht aufstellen, weil die zulässigen Werte für Geruch und Lärm vor allem wegen des benachbarten Reifenherstellers Goodyear Dunlop weit überschritten werden. Die Stadt Hanau, die Sportsfield Housing von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kaufen will, müsste nach aktueller Rechtslage die meisten Gebäude abreißen. „In einer Zeit des Wohnungsmangels und der enorm steigenden Durchschnittsmieten ist es unverständlich, dass Wohngebäude, die jahrzehntelang gut genutzt werden konnten, nun nicht mehr nutzbar sein sollen“, sagt Landrat Stolz. Kurzfristig könnten 400 zusätzliche Wohneinheiten zurück auf den Markt gebracht werden. Den rechtssicheren Ausweg könne nur der Gesetzgeber in Berlin und Wiesbaden weisen.

Stolz fordert die Verantwortlichen auf, die Spielräume bei Grenzwerten und der Häufigkeit von Überschreitungen zu prüfen. Bevor im Rhein-Main-Gebiet neue Flächen gesucht, entwickelt und damit letztendlich versiegelt würden, sollten die Möglichkeiten der Nachverdichtung und vor allem der Nutzung bestehender Wohnflächen wie in Hanau favorisiert werden.  

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare